Angler nach 27 Stunden auf See gerettet

14. Oktober 2015 @

Nach 27 Stunden auf See ist ein Angler Montagnachmittag etwa fünf Seemeilen (neun Kilometer) nördlich von Rerik aus seinem Angelboot durch die Besatzung der Korvette „Braunschweig“ der Bundesmarine gerettet worden. Er wurde an die Seenotretter der Freiwilligenstation Kühlungsborn der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) übergeben, die ihn zur ärztlichen Versorgung an Land brachten.

Das Seenotrettungsboot Konrad Otto übernahm den Schiffbrüchigen von der Korvette Braunschweig - Foto: DGzRS/Archiv

Das Seenotrettungsboot KONRAD OTTO übernahm den Schiffbrüchigen von der Korvette BRAUNSCHWEIG – Foto: DGzRS/Archiv

Das Boot des Mannes hatte bereits Sonntag einen Motorschaden erlitten. Ohne funktionierende Kommunikationsmittel an Bord hatte er keine Möglichkeit, Hilfe herbeizurufen. Wie sich nach seiner Rettung herausstellte, war der 29-jährige Mann, der in Rostock Nautik studiert, gestern Mittag gegen 12 Uhr zum Angeln auf die Ostsee gefahren. Vor der Küste verlor der Außenborder des Angelbootes den Propeller und wurde manövrierunfähig. Das Mobiltelefon, das der Mann bei sich trug, war leer.

Über Nacht trieb das Boot bei eisigem Wind und Temperaturen um zwei Grad 18 Seemeilen (ca. 33 Kilometer) bis nördlich Rerik. Dort sichtete der junge Mann heute gegen 15 Uhr die Korvette „Braunschweig“ der Bundesmarine. Er band einen Putzlappen an seine Angel und winkte, stürzte dabei jedoch über Bord. Mit Mühe gelang es ihm, wieder in sein Boot zu kommen.

Auf der Korvette war das Angelboot jedoch bemerkt worden. Mit dem ausgesetzten Beiboot holte die Schiffsbesatzung den Mann an Bord, wo er ärztlich versorgt wurde. Da die Korvette die naheliegenden Häfen nicht anlaufen kann, holten die Seenotretter der Station Kühlungsborn den Schiffbrüchigen von der Korvette ab. Dazu wurde das Beiboot der Braunschweig mit dem Schiffbrüchigen per Kran wieder in See gesetzt. Vormann Rainer Kulack betonte die reibungslose Zusammenarbeit mit den Soldaten, die trotz ruppigem Seegangs den Transfer reibungslos erledigten.

Der Schiffbrüchige litt unter Unterkühlungserscheinungen und wurde von Kühlungsborn aus direkt in ein Krankenhaus gebracht.

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