Abschluss: Großeinsatz der Feuerwehr in Höver – ABC-Zug alarmiert

8. November 2017 @

Auf dem Gelände einer Speditionsfirma in Höver an der Hannoversche Straße ist es Montagabend zu einem Chlorgasaustritt aus einem Container gekommen. Aus ungeklärter Ursache war ein Behälter mit etwa 20 Litern Chlorwasserstoff leckgeschlagen. Die umliegende Bevölkerung war zu keiner Zeit akut gefährdet (SN berichteten).

130 Einsatzkräfte waren in Höver aktiv – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Um 22.15 Uhr am Montagabend meldete die Firma, dass Dämpfe aus einer Wechselbrücke steigen würden. Mitarbeiter zogen die Wechselbrücke aus der Verladezone und alarmierten die Feuerwehr. Die setzte die Ortsfeuerwehr Höver sowie die ABC-Messkomponente in Marsch. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand eine Wechselbrücke auf einer Freifläche vor der Umschlagshalle auf dem Firmengelände. Nach Informationen eines Betriebsangehörigen sollten sich 49 Behälter mit Chlorwasserstoff in der Brücke befinden. Umgehend ließ der Einsatzleiter das Alarmstichwort auf ABC 2 erhöhen. Daraufhin wurde ein Großaufgebot des ABC-Zugs Region Hannover Ost der Feuerwehren Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze zur ABC-Gefahrenabwehr in Marsch gesetzt. Weiter wurde eine sofortige Räumung der angrenzenden Lagerhalle veranlasst und der Brandschutz sichergestellt. Der Einsatzleiter legte einen Absperrradius von 50 Metern fest.

Die Feuerwehr begann umgehend mit Messungen an der Wechselbrücke und Erkundung der betroffenen Bereiche. Zur Erstmaßnahme wurden Hydroschilder aufgebaut, mit dem das Niederschlagen der gut wasserlöslichen Dämpfe sichergestellt werden sollte. Zudem richteten die Einsatzkräfte einen Bereitstellungsraum am Feuerwehrhaus Höver ein.

Im weiteren Verlauf gingen die Feuerwehreinsatzkräfte am Einsatzort unter Chemikalienschutzanzügen zu der Brücke vor. Mit Hilfe eines Gabelstaplers wurden dort die Ladung entnommen. Die Schwierigkeit dabei bestand in der Lagerung der Versandstücke. Die beschädigten Behälter standen an der Stirnseite und konnten durch die Einsatzkräfte nicht direkt eingesehen und erreicht werden. So wurde es erforderlich, dass sehr viele Chemikalienschutzanzugträger in den Einsatz mussten. Gegen 1.20 Uhr war die Ladung soweit entleert, dass die Einsatzkräfte das beschädigte Gefahrgut bergen konnten. Es stellte sich dabei heraus, das ein 20 Liter Behälter beschädigt und ausgelaufen war.

Auch der neue Gerätewagen Dekont aus Bilm war im Einsatz – Foto: JPH

Durch das Personal des am Freitag in Sehnde gerade neu in Dienst gestellten Gerätewagens Dekontamination aus Bilm wurden das eingesetzte Personal sowie die Wechselbrücke nach der Entladung dekontaminiert.

Um 3.15 Uhr entschied die Einsatzleitung der Feuerwehr aufgrund des Zustandes, dass die Einsatzmaßnahmen abgeschlossen seien und die beteiligten Einsatzkräfte mit dem Abbau der Gerätschaften beginnen könnten. Bis zu diesem Zeitpunkt war die Feuerwehr mit mehr als 130 Einsatzkräften und 45 Fahrzeugen rund fünf Stunden im Einsatz.

Aufgrund der Maßnahmen war die Ortsdurchfahrt in Höver von 22.15 bis 23.50 Uhr voll gesperrt. Zeitweise staute sich der Verkehr bis über das Postfrachtzentrum hinaus und bis zum Ortsausgang nach Ahlten. Gegen 0 Uhr wurde der Verkehr wieder freigegeben, aber zahlreiche Lastwagen stauten sich weiterhin bis Anderten, da das Firmengelände der Spedition nicht befahren werden durfte.

 

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