272 Identitätsüberprüfungen in Hannover nach Gefangenenbefreiung

14. Dezember 2015 @

Zu einer Gefangenenbefreiung durch Anhänger von Union Berlin ist es nach dem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf gestern Abend im Bahnhof Duisburg gekommen. Nach der Festnahme eines Fußballstörers solidarisierte sich dort eine Vielzahl der Berliner Ultras mit dem Beschuldigten. Sie griffen die Bundespolizisten mit Schlägen und Tritten an. Ein Beamter verlor durch Tritte gegen den Kopf kurzfristig das Bewusstsein und kam ins Krankenhaus. Aufgrund der starken Überzahl der Angreifer mussten die Beamten flüchten. Auch der gefesselte Beschuldigte konnte zunächst fliehen, wurde aber später im Stadtgebiet gestellt. Die Berliner Problemfans fuhren anschließend mit dem InterCityExpress weiter in Richtung Hannover, teilt die Bundespolizei mit.

Die Polizeikräfte ließen ICE-Teil abkoppeln - Foto: JPH

Die Polizeikräfte ließen ICE-Teil abkoppeln – Foto: JPH

Somit musste erneut die Bundespolizeiinspektion Hannover mit der unterstellten Bundesreserve der Bundespolizei sowie Einsatzkräften der Landespolizei einschreiten. Die Beamten nahmen die Berliner in Empfang und stellten die Personalien aller 272 Fußballreisenden fest. Dazu wurde der ICE aus Hamm in Hannover aufgeteilt. Der vordere Zugteil mit „Normalreisenden“ fuhr nach kurzem Aufenthalt weiter Richtung Berlin, meldet die Bundespolizei.

Der zweite Zugteil blieb in Hannover stehen. Die Maßnahme dauerte bis kurz nach Mitternacht und verlief ohne weitere Störungen. Die Fans wurden anschließend in dem zweiten ICE-Zugteil durch Bundespolizeibeamte nach Berlin begleitet, wo der neue Zug um 2 Uhr eintraf. Insgesamt waren rund 180 Beamte im Einsatz.

Auch in der Anreisephase zum Spiel VfL Wolfsburg gegen den Hamburger Sportverein gab es Vorkommnisse mit den HSV-Fans. In Hannover wurde ein Tatverdächtiger ermittelt, der in Verdacht steht, ein Loch in die Deckenverkleidung eines Metronom-Zuges geschlagen zu haben. In Wolfsburg hat ein unbekannter Täter eine Scheibe eines Regionalzuges eingeschlagen. Nach der Ankunft in Wolfsburg zündeten Hamburger Fußballstörer sechs Böller und zwei Bengalos.

Die Hin- und Rückreise anlässlich des Spiels Hoffenheim gegen Hannover verlief dieses Mal ohne Vorkommnisse.

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