15 Stunden Vollsperrung der A 2 – Feuerwehrgroßeinsatz durch Gefahrgut

17. Oktober 2015 @

Zu einem Lastwagenunfall ist es Freitagabend um 18.20 Uhr auf der A 2 bei Hämelerwald gekommen. Dabei ist flüssige Ladung ausgetreten, die als Gefahrstoff identifiziert wurde. Daraufhin wurde die A 2 in Richtung Dortmund bis etwa 9.30 Uhr am Sonnabendmorgen voll gesperrt.

Bei Gefahrstoffen ist ein Umpumpen nur in schweren Schutzanzügen möglich - Foto: JPH/Archiv

Bei Gefahrstoffen ist ein Umpumpen nur in schweren Schutzanzügen möglich – Foto: JPH/Archiv

Bisherigen Erkenntnissen der Polizei zufolge war ein 24 Jahre alter Trucker mit seinem DAF-Sattelzug auf der A 2 in Fahrtrichtung Dortmund etwa einen Kilometer hinter der Anschlussstelle Hämelerwald liegen geblieben und war auf den Seitenstreifen gefahren. Ein in gleicher Richtung fahrender 60-jähriger Lastzugfahrer übersah nach Polizeiangaben offenbar den auf dem Seitenstreifen stehenden DAF und touchierte ihn beim vorbeifahren.

Durch den Seitenaufprall wurde ein Behälter auf dem Auflieger des ausgefallenen Zuges aufgerissen und eine Flüssigkeit für die industrielle Metallverarbeitung ergoss sich auf den Seitenstreifen, so die Polizei. An den Fahrzeugen entstand nach Polizeischätzungen ein Schaden von etwa 45 000 Euro. Die A 2 war in Fahrtrichtung Dortmund bis etwa 9.30 Uhr voll gesperrt, danach wurde der Verkehr zweispurig an der Unfallstelle vorbeigeführt. Es kam zu erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen.

Auch der Dekontaminionstrupp war im Einsatz - Foto: JPH/Archiv

Auch der Dekontaminionstrupp war im Einsatz – Foto: JPH/Archiv

Da die Flüssigkeit als Gefahrstoff identifiziert wurde, kam der ABC-Zug der Region Hannover Ost ab etwa 19 Uhr zum Einsatz, teilt die Feuerwehr mit. Dabei musste nicht nur der ausgelaufene Stoff behandelt, sondern auch der Lastwagen komplett entladen werden. Da dies nur unter Vollschutz mit Chemieschutzanzügen und Atemschutz erfolgen konnte, waren zahlreiche Feuerwehren aus Hämelerwald und Sehnde beteiligt.

Das Personal des GW Mess aus Höver überprüfte die Kontamination an der Autobahn – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Das Personal des GW Mess aus Höver überprüfte die Kontamination an der Autobahn – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde/Archiv

Nur etwa 30 Minuten kann ein Feuerwehrmann oder eine Feuerwehrfrau unter dem schweren Anzug arbeiten, dann muss eine Ablösung erfolgen. Damit ist ein Einsatz über so eine lange Zeit nicht nur schwer, sondern auch personal- und erholungsintensiv.
Deshalb wurden das Personal und die Sonderfahrzeuge aus Höver, Bilm und Hämelerwald alarmiert, sowie der ABC-Fachzug aus Sehnde, Ilten, Bolzum, Müllingen-Wirringen, Evern und Rethmar nachgeführt. Nur so war ein kontinuierliches Arbeiten mit dem Bergen und Umpumpen der Ladung möglich, sowie eine eventuell notwendige Dekontamination vergifteter Feuerwehrleute.

Nach etwa 13 Stunden war die Ladung geborgen, umgeladen und die Unfallstelle soweit erforderlich dekontaminiert Die Einsatzkräfte rückten ab, waren aber noch lange mit dem Sichern der möglicherweise vergifteten Ausrüstung beschäftigt, so dass erst gegen 14 Uhr in Höver der Einsatz als beendet angesehen werden konnte. Auch die anderen beteiligten Feuerwehren waren noch mit den Nacharbeiten zu diesem Einsatz länger beschäftigt.

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