Verkehrsstatistik 2015 zeigt Anstieg der Unfälle

12. Mai 2016 @

SEHNDE-NEWS.DE. Die Verkehrsstatistik ist durch das Polizeikommissariat Lehrte jetzt für den Bereich Sehnde und Lehrte veröffentlicht worden. Dabei zeigt sich ein Anstieg der absoluten Unfallzahlen, die Zahl der Schwerverletzten und Todesfälle ist jedoch zurückgegangen. Unerfreulich ist auch der Anstieg der Unfallfluchten, wobei die Aufklärungsquote jedoch nach wie vor auf einem hohen Niveau liegt. Auch die Zahl der Verkehrsverstöße von Radfahrern ist groß.

Polizeihauptkommissar Bernd Steindam stellte die Verkehrsstatistik 2015 vor - Foto: JPH

Polizeihauptkommissar Bernd Steindam stellte die Verkehrsstatistik 2015 vor – Foto: JPH

Die Polizei in Lehrte hat jetzt ihre Statistik für den Verkehr in Lehrte und Sehnde bekanntgegeben. Danach liegt Lehrte mit den Unfallzahlen im Landestrend mit einer Zunahme von rund 12 Prozent, oder von 1395 auf 1563 Fälle absolut. Anders dagegen Sehnde. Hier nahmen die Fälle um 18,2 Prozent zu, oder stiegen um 80 Fälle auf 441 an. Dabei gab es insgesamt 199 mit Leichtverletzten (keine stationäre Aufnahme) und 28 mit Schwerverletzen (länger als 24 Stunden stationär aufgenommen). Bei den Todesopfern war der Rückgang bei 75 Prozent, die Zahl fiel von 4 im Jahr 2014 auf eins 2015. „Dafür ist sicher nicht nur die bessere Sicherheitstechnik in den Autos verantwortlich“, sagt Polizeihauptkommissar Bernd Steindam, Leiter Einsatz- und Streifendienst in Lehrte, bei der Vorlage der Zahlen. „Auch die Zahl der Unfälle mit jugendlichen Fahrern ist durch das begleitete Fahrten mit 17 wohl gesunken; so sind nur noch 39 statt 46 Fälle registriert. Zudem haben wir vielleicht auch in Zusammenarbeit mit den Fahrschulen vieles verbessern können.“ Diese Zusammenarbeit im Rahmen der Fahrschulausbildung, die noch auf Lehrte beschränkt ist, will der Leiter des Kommissariats 1. Polizeihauptkommissar Ulrich Bode im laufenden Jahr auch auf Sehnde ausdehnen. Aber auch bei den Senioren gab es keine besonderen Auffälligkeiten bezüglich der Unfälle. Als Unfallschwerpunkte in Sehnde nennt die Polizei den Fußgängerüberweg in Köthenwald, vornehmlich mit Auffahrunfällen. Auch die Ampelkreuzung B 65/Peiner Straße mit der Breiten Straße und dem Zuckerfabriksweg ist als solcher einzustufen, doch „nicht signifikant“, ergänzt Steindam.

Unschön, weil weitgehend unsinnig, ist die Zunahme der Zahl von Unfallfluchten. 420 registrierte die Polizei im abgelaufenen Jahr. Unsinnig deshalb, weil die Aufklärungsquote bei Unfällen mit Sachschäden bei rund 40 Prozent liegt und bei denen mit Personenschaden sogar bei fast 74 Prozent. Das Risiko, erwischt zu werden, ist also relativ hoch. „Dabei sind Zeugen wichtige Helfer der Polizei. Sie sollten sich auch bei vermeintlichen Bagatellfällen bei der Polizei melden“, appelliert Bode an die Bürger.

Auch viele Räder haben Mängel - Foto: JPH/Symbolfoto

Auch viele Räder hatten 2015 Mängel – Foto: JPH/Symbolfoto

Auch Wildunfälle sind deutlich angestiegen gegenüber 2014. So schlugen 2014 genau 169 Fälle zu Buche, 2015 sind es dagegen 238 (+69). Dafür gibt es nach Angaben von Steindam mehrere Faktoren. So wird durch den Deutschen Jagdverband zunächst der schwere Winter angeführt, weshalb die hungernden Tiere unvorsichtiger die Straßen überqueren würden. Dazu kämen Dämmerung und Zeitumstellung. Die Polizei empfiehlt daher ein den Sichtverhältnissen angepasstes Tempo, besonders in den Wildunfallschwerpunkten, der Sehnder KES und der B 443 zwischen Lehrte und Sehnde.

Als generelle Unfallursachen nennt Steindam sechs Hauptbereiche: zunächst zu geringer Abstand (129 Fälle), Vorfahrtmissachtung (88), unangepasstes Tempo (96), Abbiegeverstöße (41) und Alkohol und Drogen (39). „Aber die Hauptursache bleibt die Unaufmerksamkeit in Kombination mit weiteren Fehlern – also der Nutzung von Handys, Bedienung von Smartphones oder anderen Geräten mit Touchscreens“, meint der Hautpkommissar. Hiervon zählte die Polizei in Lehrte 459 Fälle. Oftmals wird das Auto heutzutage sogar zum Büro, sagt die Polizei. Aus diesem Grund kündigte Steindam auch eine weiterhin intensive Verkehrsüberwachung in Sehnde und Lehrte an.

Zusätzlich erfolgten im Jahr 2015 795 Verkehrsordnungswidrigkeitenanzeigen (+149) und 2676 Verwarnungen (+ 815). Außerdem waren immer noch 754 Verstöße gegen die Gurtanlegepflicht dabei. „Die sind jedoch rückläufig“, so Steindam, „wohl wegen der nervenden Warneinrichtungen im Auto.“ Aber auch die Radfahrer sind mit 634 Fällen ebenso dabei, wie 459 Fälle von Handy-Nutzung, vornehmlich beim „mittleren Alter“, fügt Steindam hinzu. Und genau diese Hauptbereiche werden auch 2016 wieder im Zentrum der Polizeiarbeit stehen.

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