Unter Strom: TenneT hilft jungen Menschen mit angeborenem Herzfehler

8. März 2017 @

Mit Energie kennen sich die Fachleute des Energieriesen TenneT aus: Über ihr Höchstspannungsnetz versorgen sie 41 Millionen Menschen mit Strom. Die Richtigen also, um zu beurteilen, mit wie viel „Power“ sich der Verein „Kleine Herzen Hannover“ für die Betreuung von herzkranken Kindern und jungen Erwachsenen in der Medizinischen Hochschule Hannover einsetzt. Axel Schomberg, Standortleiter in Lehrte, Cornelia Junge aus der Unternehmenskommunikation und der Betriebsratsvorsitzende Michael Kunter waren in die Klinik gekommen, um einen Spendenscheck zu übergeben: 4742 Euro. „TenneT stellt jedes Jahr 20 000 Euro für soziale Projekte bereit. Die Mitarbeiter können über die Verteilung abstimmen. 2016 gab es 35 Vorschläge, und die Kleinen Herzen standen ganz weit vorne“, so Schomberg bei der Übergabe.

Ira Thorsting (li.), Vorsitzende des Vereins „Kleine Herzen Hannover“, und Vereinsschatzmeister Volker Radke (re.) freuen sich mit Dr. Guntram Schwörer (2. v. re.) über den Spendenscheck, den Axel Schomberg (mi.), Cornelia Junge und Michael Kunter in die Medizinische Hochschule Hannover mitgebracht haben – Foto: Kleine Herzen

Dass dies eine gute Entscheidung war, konnte das Trio beim Rundgang über die verschiedenen Stationen feststellen. Zweieinhalb Stunden lang gab es Informationen, Eindrücke, Einsichten. Die Kleinen Herzen sehen sich selbst nicht nur als Spendensammelverein, sondern als Ideenfabrik. So ist die Kinderkardiologie der MHH die einzige Klinik in Deutschland, die über einen Dolmetscher-Dienst für fremdsprachige Patienten und ihre Angehörigen verfügt. Eine Sozialbetreuerin hilft den Familien, wenn es um Probleme mit dem Arbeitgeber geht, um einen Behindertenausweis oder eine REHA. Eine Kunsttherapeutin sorgt für Stress-Abbau. Auf den Stationen gibt es nicht nur Eltern-Kind-Zimmer, sondern auch Ruheräume. Und die Ärzte und Pflegekräfte werden als Krisenbegleiter geschult.

Besonders beeindruckend die Kinderintensivstation, immerhin die größte im deutschsprachigen Raum. Sie verfügt sogar über einen Abschiedsraum, in dem die Familien die letzten Tage mit einem sterbenden Kind verbringen können. Dr. Guntram Schwörer, Oberarzt der Kinderintensivmedizin: „Wir haben es hier zwar oft mit den schlimmsten Fällen von Krankheit und Verletzung zu tun, aber die Sterblichkeit ist auf dieser Station so niedrig wie sonst nirgendwo.“

Ira Thorsting, Vorsitzende der Kleinen Herzen aus Sehnde, schaltet sich ein: „Das liegt auch an dem ungeheuren Engagement aller, die hier arbeiten. Uns ist es besonders wichtig, diese Ärzte und Pflegekräfte zu unterstützen, um zu verhindern, dass sie psychisch ausbrennen.“ Deshalb finanziert der Verein seit vier Jahren die regelmäßige Supervision für die Mitarbeiter. Auch das ist eine psychologische Unterstützung, die es nur in wenigen Kliniken gibt.

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