Straßenumbenennung ohne Ratsbeschluss – ist das möglich?

23. November 2016 @

Bislang ging es in Sehnde ja durchaus ruhig, gelassen und übereinstimmend zu, wenn es um die Benennung und Umbenennung von Straßen ging. So hat der Ortsrat Sehnde entschieden, die Namen der Straßen für das Neubaugebiet zwischen Schacht II und Friedhof sollen „Kleines Öhr“ und „Vor der Ohe“ sein – und das wurde so angenommen. Bisher konnte man dann auch davon ausgehen, dass das so kommen wird. Bisher, denn nun hat die Verwaltung in einer Nacht- und Nebelaktion offensichtlich mehrere Straßen und Teilbereiche umbenannt – unter Umgehung des Rates, der öffentlichen Anhörung und wahrscheinlich auch gegen den Willen der Anlieger.

Das Spatzenest liegt nun in der Gretenbereger Straße - Foto: JPH

Das Spatzennest liegt nun in der „Gretenbereger Straße“ – Foto: JPH

So heißt die eine Straßenseite vor der AWO Residenz „Achardstraße“, was der bisherigen Regelung durchaus entspricht, die andere vor dem Spatzennest aber plötzlich „Gretenberger Straße“. Auch in der Fortsetzung der „alten“ Achardstraße in Richtung der ehemaligen Billerbachstraße heißt die eine Seite nun „Vor dem Dorfe“, die andere hört auf den Namen „Gretenberger Straße“. Ähnliches bei der Billerbachstraße selbst. Dort ist die eine Seite, die bebaute, unverständlicherweise noch mit altem Namen versehen, die andere nennt sich nun „Lehrter Straße“. Lediglich die Lehrter Straße am Kreisel heißt nach wie vor „Friedhof“ und das überraschender Weise auf beiden Seiten – aber das war ja bislang eigentlich die „Lehrter Straße“. „Vor dem Dorfe“ liegt jetzt am Bahnhof in Sehnde – was ja auch geographisch nicht ganz verkehrt ist. Die „Achardstraße“ ist tatsächlich an der Gretenberger Straße entstanden, an der neuen Endstation der Linie 371. Alles klar?

Am Bahnhof ist "Vor dem Dorfe" - Foto: JPH

Am Bahnhof ist „Vor dem Dorfe“ – Foto: JPH

Auch in Rethmar hat die Verwaltung zugeschlagen. Hier heißt die Straße „Vor dem Dorfe“ in Richtung Evern nun „Marggrafstraße“. Ähnliches gilt vor dem Bundessortenamt, dort wo jetzt noch Asylbewerber untergebracht sind. Wahrscheinlich der besseren Verständlichkeit folgend nennt sich deren Seite nun „Billerbachstraße“ – gegenüber ist dafür auch „Vor dem Dorfe“.

Wie aus bislang immer unzuverlässiger Quelle zu erfahren war, plant die Verwaltung schon ihren nächsten Coup: So soll Ilten eine Postleitzahl aus dem Stuttgarter Bereich erhalten und die Ortsteile Dolgen und Bilm ihre Namen tauschen – aber nur im jeweils westlichen Bereich. Ob darin System zu erkennen ist und welches – das war nicht herauszufinden.

Die "Lehrter Straße" ist nun die Hälfte der Billerbachstraße - rechtsseitig - Foto: JPH

Die „Lehrter Straße“ ist nun die Hälfte der Billerbachstraße – rechtsseitig – Foto: JPH

Es könnte aber auch ganz anders sein. In Zeiten des Kalten Krieges gab es Spezialkräfte auf beiden Seiten, die im Rückwärtigen Bereich mit allen Mitteln für Verwirrung sorgen sollten. Und vielleicht ist dieses Personal inzwischen bei der Firma angestellt worden, die die Häuschen für die Haltestellen in Sehnde und Rethmar mit den Straßennamen aufstellt? So ganz geht man ja nie … heißt es.

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