Sehnder Gedenkstein hat seinen endgültigen Standort gefunden

6. Mai 2017 @

Der Gedenkstein, der an den einzigen Sehnder Toten des deutsch-französischen Krieg 1870/71, Carl-Hermann Osterwald erinnert, ist an seinem neuen Platz angekommen Er wurde in der Nordstraße von Sehnde vor dem Hof Bortfeld wieder aufgestellt worden. Mitarbeiter des Sehnder Bauhofes unter der Leitung von Steffen Bartelt hatten schon im Vorfeld die vorgesehene Stellfläche entsprechend vorbereitet und am vergangenen Montag den Gedenkstein gesetzt.

Otto Bortfeld, Heinz-Siegfried Strelow, Helmut Süß und Hartmut Völksen mit dem frsich aufgestellten Gedenkstein – Foto: Privat

Carl-Hermann Osterwald war seinerzeit der einzige Soldat aus Sehnde, der in diesem Krieg gefallen ist. Der an ihn erinnernde Gedenkstein stand jahrelang unbeachtet und verwittert am Rande des Parkplatzes vor dem Sehnder Stadion. Im Zuge des Ausbaus der Straße „Am Stadion“ wurde der rund 350 Kilogramm schwere Obelisk vom Bauhof Sehnde zuvor sorgfältig entfernt und dann dort auch eingelagert. Nun ist das Denkmal zurückgekehrt an den Ort des Hofes, von dem Osterwald ursprünglich auch stammte. Eine Inschrift oberhalb des Balkens des nahegelegenen Scheunentors erinnert gleichfalls an die Familie Osterwald, die diesen Hof offensichtlich bis 1905 bewirtschaftet hat.

Insofern stellt der neue Standort nun einen direkten Bezug zur Vergangenheit des Gefallenen dar und wurde aus diesen Gründen auch vom Sehnder Ortsrat im vergangenen Jahr entsprechend favorisiert. Der Sehnder Heimatbund hatte sich zwischenzeitlich auch um Aufstellung des Steins auf dem alten Friedhof vor der Kreuzkirche bemüht, was jedoch abgelehnt worden war.

Erst stand der Stein in der Breiten Straße, dann lange am Stadion – Foto: B. Thomas

Carl-Hermann Osterwald war Soldat der ersten Kompanie des Hannoverschen Füsilierregiments Nr. 73 und zog 1870 in den deutsch-französischen Krieg. Am 16. August 1871 starb er an den Folgen eines Bauchschusses auf Schloss Aubigny bei Metz, so steht es auf seinem Gedenkstein.

Ortsbürgermeister Helmut Süß und sein Stellvertreter Hartmut Völksen freuen sich, das nach rund einem Jahr des Ringens um die Standortentscheidung des Sehnder Ortsrates das Denkmal nun endlich an seinem dafür vorgesehenen Platz aufgestellt worden ist. Heinz-Siegfried Strelow vom Heimatbund sagte bei der Wiederaufstellung: „Über den ersten und zweiten Weltkrieg erfahren die Kinder noch in der Schule, aber der Krieg von 1870/71 ist völlig in Vergessenheit geraten, obwohl er tragische Weichenstellungen für ganz Europa legte.“ Doch bei all der folgenden tragischen Geschichte gründete sich nach dem Sieg auch das Deutsche Reich als Vorläufer unserer heutigen Bundesrepublik.

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