Sehnder Ehrenbürger und seine Gemahlin bekommen Verdienstkreuz

7. Oktober 2017 @

Zur Doppelvergabe des Verdienstkreuzes an Annegret und Heinrich Heineke aus Wehmingen  haben sich Freitagvormittag Familienangehörige, Freunde und Weggefährten der Ausgezeichneten im Regionshaus in Hannover eingefunden. Sie wohnten der feierlichen Verleihung der Auszeichnungen durch die stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz bei und gratulierten den Empfänger beim anschließenden Sektempfang im Ratssaal der Region.

Zu einer Feierstunde mit dem Ehepaar Heineke (vo.) waren rund 40 Gäste gekommen – Foto: JPH

Es war sehr ungewöhnlich und in der Geschichte der Region das erste Mal, dass ein Ehepaar in der Region Hannover gemeinsam das Verdienstkreuz erhielt. Damit schrieb das Ehepaar Heineke aus Wehmingen bei der Aushändigung der Auszeichnungen des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier an sie zugleich „Regionsgeschichte“. Gewürdigt wurde damit das umfassende politische und soziale Engagement der beiden Ur-Wehminger, die seit mehr als 40 Jahren ihre Zeit und Arbeitskraft ihren Mitbürgern und dem Ortswohl widmen.

„Der Bundespräsident hat Annegret Heineke in Anerkennung  ihrer  besonderen Verdienste um das Allgemeinwohl die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Frau Heineke engagiert sich seit vielen Jahren insbesondere im kirchlichen und sozialen Bereich“, so las Michalowitz aus der Verleihungsurkunde im Saal der Regionsversammlung vor rund 40 von den Ausgezeichneten geladenen Gästen vor. Annegret, im Ort nur Anne genannt, ist seit  1994 Mitglied im Kirchenvorstand, wo sie von Beginn an die Aufgaben der stellvertretenden Vorsitzenden wahrnahm, bis sie 1998 den Vorsitz des Kirchenvorstandes übernommen hat und es  bis heute noch ausübt. Seit 1995 ist sie zudem Mitglied des Kirchenkreistages Hildesheim-Sarstedt. In der Kirchengemeinde übernimmt sie darüber hinaus zahlreiche zusätzliche Aufgaben – so für den Gemeindebrief und für den Besuchsdienst. Bei Bedarf übernimmt „Anne“ auch die Pflege des Friedhofs. Frau Heineke fungiert zudem als Bindeglied zwischen dem Kirchenvorstand und der 2007 gegründeten Kirchenstiftung Nicomi, die die seelsorgerische Arbeit der beiden Kirchengemeinden unterstützt. Sie hat sich auch persönlich in die operative Arbeit der Nicomi Stiftung eingebracht.

Über die Auszeichnungen freuten sich Michaela Michalowitz, Annegret und Heinrich Heineke sowie Carl Jürgen Lehrke (v.re.) – Foto: JPH

Auch im Trägerverein des Schulhauses wirkt Annegret Heineke mit. Zehn Jahre hat sie  die Aufgaben der Verwaltung und Betreuung des Dorfgemeinschaftshauses im alten Schulhaus getragen, in dem auch die Ortsfeuerwehr und der Kindergarten untergebracht sind. Sie organisiert dabei die Gesamtheit der Dinge im und ums Haus – und unterstützt den örtlichen Kindergarten.

Zugleich war sie Mitinitiatorin der Projektgruppe „Stolpersteine“ in der Stadt Sehnde und ist seit deren Gründung im Jahr 2012 aktives Mitglied. Bis 2017 war sie auch Mitglied im Vorstand des Fördervereins des Präventionsrat der Stadt Sehnde.

Auch ihrem Ehemann Heinrich hat der Bundespräsident in Anerkennung seiner  besonderen Verdienste um das Allgemeinwohl das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. „Heineke engagiert sich seit 45 Jahren insbesondere im Bereich der Kommunalpolitik“, so Michalowitz in der Laudatio. „Von 1972 bis zur Gebietsreform im Jahr 1974 war er für die CDU Mitglied im Rat der ehemaligen selbständigen Gemeinde Wehmingen. Ab 1974 bis 1976 und von 1986 bis 2016 gehörte er dem Ortsrat Wehmingen an. 1991 wurde Heineke zum Ortsbürgermeister von Wehmingen gewählt und hat dieses Amt bis 2016 ausge­übt.“ Sein ganzes Leben war politisch geprägt, denn von 1996 bis 2016 war er auch Mitglied des Rates der Stadt Sehnde. Während dieser Zeit hat er sich in die Arbeit mehrerer Ausschüsse und Gremien eingebracht, von 2005 bis 2016 hat er den Ratsvorsitz gehabt. Mit Ausscheiden aus dem Ortsrat und dem Stadtrat ist Heinrich Heineke auch Ehrenbürger der Stadt Sehnde geworden.

Birgit Scheidler von Nicomi dankte dem Ehepaar für das Engagement im Ort – Foto: JPH

Er hat sich um die Gestaltung des Dorfplatzes, die Ausweisung neuer Baugebiete und die Errichtung der Kindertagesstätte in Wehmingen gekümmert, zwischen 2003 und 2009 die Dorferneuerung erfolgreich umgesetzt, zwischen 1985 bis 1987 das Flurbereinigungsverfahren gestaltet und diese Gemeinschaft 2002 in den Realverband überführt, dessen Vorsitz er noch inne hat. Heineke hat 1993 die Zuckerrüben-Abfuhrgemeinschaft gegründet, die heute zirka 100 landwirtschaftliche Betriebe umfasst, und deren Disposition er heute noch organisiert. Er ist seit 1986 engagiertes Mitglied im Trägerverein des Schulhauses, Mitglied im Kirchenvorstand, in der Freiwilligen Feuerwehr und hat die Stiftung Nicomi mitgegründet.

In seinem Grußwort betonte der Bürgermeister der Stadt Sehnde, Carl Jürgen Lehrke, dass die Leistungen des Ehepaares für die Stadt und den Ortsteil Wehmingen die Auszeichnung absolut rechtfertigten. „Beide verkörpern Nächstenliebe, Fürsorge, Hilfe und vieles mehr und sind jederzeit bereit, Verantwortung für die Gemeinschaft zu übernehmen. Und neben dem umfangreichen Engagement mussten sie noch drei Kinder groß ziehen und einen landwirtschaftlichen Betrieb führen. Ihr habt Euch die Ehrung redlich verdient – wir sind stolz auf Euch.“

Auch Birgit Scheidler von der Stiftung Nicomi dankte den Ausgezeichneten, wobei sie auch dem Bürgermeister mit einem Augenzwinkern vorschlug, die „Von-Wemighe-Straße“ im Ort doch in „Anne-und-Heinrich-Heineke-Straße“ umzubenennen. Der Schwiegersohn Dr. Matthew Slater dankte danach den Beiden sehr persönlich und betonte, dass die Eltern und Schwiegereltern „trotz der erheblichen Belastungen immer noch für die Familie da waren“.

Auch die Enkel bekamen eine „Medaille“ übergeben – Foto: JPH

In ihrer Antwort freute sich Annegret Heineke über die Auszeichnung und merkte aber an, dass andere sie vielleicht „viel eher verdient“ hätten – „und nun stehe ich hier“. Unter dem stehenden Applaus der Gäste dankte sie dann allen, die sie bei ihrer Arbeit unterstützt haben – und „auch denen, die uns für verrückt erklärt haben“. Ihr Ehemann zeigte sich ebenfalls stolz, dass er „nach 45 Ehejahren nun einen Orden erhalten“ habe und dankte dann seiner Frau ganz persönlich für die Unterstützung und die dafür aufgewandte Zeit. „Deshalb freue ich mich, dass auch Du die Auszeichnung bekommen hast“, hob er hervor.

In einem Rückblick brachte er dann Anekdoten und Erinnerungen zu den verschiedensten Abschnitten seines Wirkens für die Bürger und den Ort und nannte noch einmal sein Polit-Motto: „Reden, reden und nochmals reden – dann kommt man zum Ziel.“

Im Anschluss baten die beiden Geehrten dann die Gäste zu einem Sektempfang im Ratssaal, um die Auszeichnung noch gemeinsam gebührend zu feiern.

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