Seenotrettungsboot „Secretarius“ für Langeoog

15. August 2017 @

Die Spender der Bremer Eiswette von 1829 finanzieren die modernste Rettungseinheit auf Nord- und Ostsee, die die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) derzeit im Einsatz hat. Gut zehn Meter lang, weniger als einen Meter Tiefgang und äußerst seetüchtig – dies sind nur einige markante Merkmale des Seenotrettungsbootes der Station Langeoog. Zur Taufe im Rahmen eines Tages der offenen Tür seiner Bauwerft Fr. Fassmer in Berne/Unterweser begrüßte die DGzRS am ergangenen Sonnabend  zahlreiche Gäste und viele Schaulustige.

Taufe des neuen Seenotrettungsbootes SECRETARIUS für die Station Langeoog der DGzRS am 12. August auf der Fassmer-Werft – Foto: DGzRS–Die Seenotretter/Ingo Wagner

Mareike Bröker taufte den Neubau mit der internen Bezeichnung SRB 67 auf den Namen „Secretarius“. Sie wünschte „allzeit gute Fahrt und der Besatzung stets eine sichere Heimkehr“. Die gebürtige Bremerin stellt seit 2006 bei den Stiftungsfesten der Bremer Eiswette von 1829 „Frau Weser“ dar und symbolisiert damit den für die Traditionsveranstaltung so wichtigen Fluss.

Mit der Namengebung würdigt die DGzRS das erneute Engagement der Eiswette für die Seenotretter. Bei den Stiftungsfesten 2016 und 2017 hatten die rund 800 Eiswettgenossen und ihre Gäste jeweils rund 450 000 Euro in die Zahlteller der Tischältesten gelegt – und mit diesen Spenden das neue Seenotrettungsboot fast vollständig finanziert. Secretarius der Eiswette und damit zuständig für die gesamte Organisation ist seit 2005 Jürgen Albrecht. Er war im Moment der Taufe sichtlich gerührt. Das Eiswettpräsidium hatte ihn in die Namengebung im Vorfeld nicht eingeweiht – die Überraschung war gelungen.

Die Spende der Eiswette und ihrer Gäste ist die jährlich größte Einzelspende an die DGzRS. „Für die Finanzierung dieses Neubaus sind wir ausgesprochen dankbar. Damit können wir unserer Besatzung auf Langeoog ein neues, modernes und sehr sicheres Einsatzfahrzeug zur Verfügung stellen“, betonte DGzRS-Vorsitzer Gerhard Harder anlässlich der Taufe mit Blick auf Vormann Gerriet Leiß und seine Freiwilligen, die von der Insel angereist waren. Für die Eiswette ist die Unterstützung der Seenotretter auch etwas ganz Besonderes: „Wir sind stolz darauf, mit unserem Engagement dazu beizutragen, die Unabhängigkeit der DGzRS zu sichern und ihre eigenverantwortliche Arbeit auch in der Zukunft zu ermöglichen“, sagte Klaus Ziegler, Schatzmeister der Eiswette.

Eiswett-Secretarius Jürgen Albrecht, Eiswettschneider Peter Lüchinger und Taufpatin „Frau Weser“ Mareike Bröker grüßen die zahlreichen Freunde und Förderer – Foto: DGzRS–Die Seenotretter/Ingo Wagner

ür Taufpatin und „Frau Weser“ Mareike Bröker sind die Eiswette und die Seenotretter ebenfalls untrennbar miteinander verbundene Bremer Traditionen. Als Absolventin der Hochschule Bremen, direkter Nachbar der DGzRS-Zentrale in der Bremer Neustadt, sind ihr die Seenotretter bestens vertraut. Auch Eiswettschneider Peter Lüchinger samt Bügeleisen ließ es sich nicht nehmen, zur Taufe der SECRETARIUS zu erscheinen. Die beliebte Bremer Traditionsfigur mit der lockeren Zunge spielt nicht nur an jedem 6. Januar eine wichtige Rolle. Er hatte eine Glück verheißende Münze in eine Sektion des Neubaus eingelegt, die nun bei jedem Einsatz mitfährt.

Die „Secretarius“ ersetzt auf Langeoog die „Casper Otten“, die seit 2001 auf der Insel stationiert war. Es handelt sich um einen modifizierten Typ dieser Klasse, der besonders durch einen Spant mehr in der Länge die Unterbringung und Behandlungsmöglichkeiten an Bord für Schiffbrüchige, Erkrankte und Verletzte verbessert. Mit lediglich 96 Zentimetern Tiefgang kann das Boot auch im anspruchsvollen Tidenrevier mit vielen Sandbänken und Flachs rund um die Insel seine vielfältigen Aufgaben erfüllen. Bei der Konstruktion wurden umfassende Sicherheitskriterien berücksichtigt. Die Neubauten sind mit modernster Navigationstechnik, leistungsstarken Schlepp- und Lenzgeschirren sowie einer umfangreichen Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung ausgestattet.

Kommentare gesperrt.

© 2019 Sehnde-News.