Region und Landeshauptstadt erinnern gemeinsam an die Opfer

23. März 2017 @

In den letzten Wochen des Zweiten Weltkriegs sind auf dem Gelände der ehemaligen israelitischen Gartenbauschule in Ahlem 59 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter ermordet worden. Vormals Ort der jüdischen Selbstbehauptung und Emanzipation wurde die Gartenbauschule damit zu einer Stätte brutaler Hinrichtungen. Dem Thema „Zwangsarbeit im Dritten Reich“ wird nach wie vor wenig Beachtung geschenkt, obwohl es ein flächendeckendes Phänomen war, das sich bis in das Alltagsleben der deutschen Bevölkerung ausdehnte und die Weiterführung des Kriegs überhaupt erst möglich machte.

Kranzniederlegung in Ahlem zum Gedenken an die 59 Opfer – Foto: Region Hannover

Im Rahmen einer Gedenkstunde haben gestern die stellvertretende Regionspräsidentin Michaela Michalowitz und Thomas Hermann, Bürgermeister der Landeshauptstadt Hannover, an die ermordeten Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter erinnert. Unter den rund 80 Gästen der Veranstaltung waren auch die Zeitzeugen Salomon Finkelstein und Henry Korman. Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkstunde von der Gruppe „Soulfruit“, die John Lennons „Imagine“ sang.

Im Mittelpunkt der Gedenkstunde stand eine filmische Collage der Historiker Shaun Hermel und Janet von Stillfried mit dem Titel „Krieg – Zwangsarbeit – Tod – Hoffnung“, die sich mit den letzten Kriegswochen und der Angst der Opfer vor der nationalsozialistischen Verfolgung beschäftigt. Im Anschluss an die Gedenkstunde fand  am ehemaligen Hinrichtungsort auf dem Gelände der Gartenbauschule die Kranzniederlegung  statt.

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