Premiere bei der Bremer Eiswette

9. Januar 2017 @

Eisig kalt ist es an diesem 6. Januar 2017 am Bremer Punkendeich einmal mehr gewesen. Doch trotz Nachttemperaturen von rund zehn Grad unter null war die Frage, ob „de Werser geiht“ oder „steiht“, am Dreikönigstag eindeutig zu beantworten: Die Eisprobe der traditionsreichen Eiswettgesellschaft von 1829 ergab auch 188 Jahre nach der ersten, früher für Handel und Schifffahrt wichtigen Zeremonie: alles im Fluss auf dem Fluss. Auf der Weser selbst jedoch sorgten die Seenotretter für eine Premiere.

Trockenen Fußes überquerte der Eiswettschneider die Weser an Bord des Tochterbootes Steppke vom kürzlich getauften Seenotrettungskreuzer Berlin im Hintergrund – Foto: DGzRS / Martin Stöver

Der erst kurz vor Weihnachten getaufte und noch nicht in Dienst gestellte neue Seenotrettungskreuzer „Berlin“ für die Station Laboe der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) fuhr seinen ersten „Einsatz“: Mit dem Tochterboot „Steppke“ brachten die Seenotretter den 99 Pfund schweren Schneider samt seinem heißen Bügeleisen und der Flasche Eiswettkorn trockenen Fußes auf die andere Weserseite.

Auch die 1985 gebaute bisherige „Berlin“ hatte 1994, im Jahr des 100-jährigen Bestehens der Station Laboe, einmal bei der Bremer Eiswette Flagge gezeigt. Ihre Vorgängerin „Theodor Heuss“ nahm sogar drei Mal – 1977, 1980 und 1984 – mit Laboer Seenotrettern an der Eiswette teil – und bereits 1960 während ihrer Borkumer Zeit.

Seit 1956, in diesem Jahr also zum 63. Mal, sind die Seenotretter mit einer Rettungseinheit bei der traditionsreichen Zeremonie am Punkendeich dabei. In der Regel handelt es sich um ein Schiff, das sich ohnehin zur turnusgemäßen Generalüberholung in Bremen befindet.

Für die Seenotretter ist der besondere „Einsatz“ bei der Eiswette Ehre und Dank zugleich. Beim Eiswettstiftungsfest rund zwei Wochen nach der Eisprobe wird für sie gespendet. 2016 kam dabei die Rekordsumme von 450 000 Euro zusammen. Gemeinsam mit dem Sammelergebnis des diesjährigen Stiftungsfestes am 21. Januar wird das Geld in den 10,1-Meter-Neubau fließen. Er soll noch in diesem Jahr getauft werden – und es wird kein Geheimnis verraten, wenn schon jetzt gesagt wird, dass dieser Name einen Bezug zur Eiswette haben wird.

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