Neuer Seenotrettungskreuzer heißt „Berthold Beitz“

16. Dezember 2017 @

Der jüngste Seenotrettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) heißt „Berthold Beitz“. Die Tochter des langjährigen Kuratoriumsvorsitzenden der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, Bettina Poullain, taufte das 20 Meter lange Spezialschiff am Freitag, 15. Dezember, im Museumshafen der Hansestadt Greifswald auf den Namen ihres 2013 verstorbenen Vaters. Das Arbeitsboot erhielt den Namen ihrer Mutter,“ lse“. Der auf der Fassmer-Werft in Berne/Unterweser entstandene Neubau ist für die Inselstation Greifswalder Oie östlich von Rügen bestimmt. Er wurde maßgeblich durch Krupp-Stiftung finanziert.

SK 38 heißt jetzt „Berthold Beitz“. Bettina Poullain (li.) taufte den neuesten Seenotrettungskreuzer der DGzRS auf den Namen ihres Vaters. Das Arbeitsboot erhielt den Namen ihrer Mutter, „Else“ – Foto: DGzRS/Die Seenotretter

Mit der See fühlte sich Berthold Beitz zeitlebens eng verbunden. „Schon als junger Bankangestellter in Stralsund ist er allein nach Hiddensee gesegelt“, erinnerte sich Bettina Poullain bei der Taufe. „Und die seemännische Ausbildung junger Menschen auf der Krupp’schen Segelyacht war ihm immer ein besonderes Anliegen.“ Die Berthold Beitz wird das Heimatrevier ihres Namengebers absichern, die Pommersche Bucht. Beitz wurde 1913 in Zemmin südlich von Greifswald geboren. 1953 machte Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, der letzte persönliche Inhaber des Unternehmens Fried. Krupp, ihn zu seinem Generalbevollmächtigten. Beitz gestaltete in dieser Funktion den Wiederaufbau des Konzerns maßgeblich mit und wurde zu einem der wichtigsten deutschen Industriemanager der Nachkriegszeit.

Bleibende Verdienste hat sich Beitz aber nicht nur bei dem Unternehmen Krupp erworben: Im Zweiten Weltkrieg setzten er und seine Frau Else ein beeindruckendes Zeichen für Mut und Menschlichkeit. Unter Einsatz des eigenen Lebens rettete Beitz als Leiter eines Ölunternehmens in Polen Hunderten verfolgten Juden das Leben, indem er sie als „unabkömmliche Arbeitskräfte“ ausgab. Berthold und Else Beitz wurden vielfach für ihren humanitären Einsatz ausgezeichnet. Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vaschem erklärte das Ehepaar zu „Gerechten unter den Völkern“.

Der Seenotkreuzer Alfried Krupp war die erste Beteiligung der Stiftung – Foto: DGzRS/Die Seenotretter/Archivbild

Eingedenk der Begeisterung der Familie Krupp für den Segelsport und vor dem Hintergrund, dass der Schiffbau viele Jahrzehnte lang ein wesentlicher Geschäftsbereich im Unternehmen Krupp war, bewilligte das Stiftungskuratorium unter seiner Führung erstmals 1988 die maßgebliche Finanzierung des Seenotrettungskreuzers Alfried Krupp/Station Borkum. Bettina Poullain wünschte dem neuen Seenotrettungskreuzer und seiner Besatzung „allzeit gute Fahrt und stets eine sichere Heimkehr“. Kyra Mantey, die zwölfjährige Enkelin des 2. Vormanns Jean Frenzel, taufte mit gleichen Wünschen das Arbeitsboot Else. Das kleine, sehr wendige Boot wird in der für Seenotrettungskreuzer typischen Heckwanne mitgeführt. „Passender könnte es nicht sein. Meine Mutter hat meinem Vater sehr viel Arbeit abgenommen, bis ins hohe Alter“, sagte Bettina Poullain. Sie selbst war einmal auf die Hilfe der DGzRS angewiesen: „Wir hatten zwar ’nur‘ einen Ruderbruch, draußen vor der Schleimündung. Doch ich bin bis heute sehr froh, dass uns die Seenotretter schnell und professionell geholfen haben.“

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