Mehr Paare, mehr Junge: Hannovers Störche sorgen für neuen Rekord

1. August 2017 @

Bei der ersten offiziellen Zählung im Gebiet des heutigen Bundesland Niedersachsen wurden 1934 in und um Hannover 55 brütende Storchenpaare erfasst. Eine Zahl, die erst 83 Jahre später übertroffen wurde: 2017 waren in der Region Hannover 58 Nester mit Paaren besetzt – sieben mehr als im Vorjahr.

Der Zwischenbericht zu den Störchen liegt jetzt vor – Logo: Region Hannover

Auch der Bruterfolg kann sich sehen lassen. Insgesamt wurden 102 Junge aufgezogen  (2016: 76). „2017 ist damit vom Brutergebnis, vor allem aber von der Paarzahl her, ein gutes Storchenjahr gewesen“, zieht Dr. Reinhard Löhmer, ehrenamtlicher Beauftragter für die Weißstörche in der Region Hannover, die Bilanz in seinem noch vorläufigen Bericht. Denn: „2017 ist aus Sicht der Störche ein vergleichsweise ‚unruhiges‘ Jahr. Neben den sehr weit auseinander liegenden Brutzeiten der Paare war es vor allem die Witterung, die auch jetzt noch zu Jungenverlusten führen kann.“

Beim Weißstorch hängt der Bruterfolg vom Nahrungsangebot der Saison ab, von der Bruterfahrung der Eltern sowie vom Wetter. Das Nahrungsangebot war insgesamt hinreichend. Lediglich in den trockenen Wochen zwischen Mitte Mai und Mitte Juni gab es Engpässe. Regenwürmer waren schlecht erreichbar. Großinsekten fehlten weitgehend ebenso wie die Feldmaus.  Ungünstig aber war über die ganze Saison hinweg jedoch wieder das Wetter. Als um den 20. April herum die Jungen der Frühbrüter schlüpften, war es mit (Nacht)-Temperaturen nahe des Gefrierpunkts zu kalt. Die niederschlagsfreie, teilweise sehr heiße Periode ab Mitte Mai war für frisch geschlüpfte Junge auch nicht so günstig. Ab der letzten Juni-Dekade gab es dann immer wieder Phasen mit zu großer Nässe. In Basse und Meitze waren die diesjährigen Totalverluste witterungsbedingt. In vielen anderen Nestern überlebten nur ein oder zwei Junge.

Viele zum Teil sehr heftige Kämpfe waren ein weiteres Merkmal der Brutsaison. Das lag unter anderem daran, dass die verspätet eintreffenden „Ostzieher“ um bereits besetzte Nester kämpfen mussten. Gelingt es dabei einem Angreifer auf dem Nest zu landen, ist seine erste Handlung, Eier oder Junge „über Bord“ zu werfen. Totalverluste durch solche Kämpfe gab es in Altenhorst, in Suttorf und Vesbeck sowie in Liethe und Steinhude-Mitte.

In der Ostregion gab es folgende Bruterfolge:

  • Burgdorf      – Dachtmissen (1 Junges)
  • Burgwedel   – Wulfshorst (2 Junge)
  • Laatzen        – Alt –Laatzen (4 Junge)
  •                       – Grasdorf (4 Junge)
  • Lehrte          – Arpke (3 Junge)
  •                       – Immensen (2 Junge)
  •                       – Sievershausen (2 Junge)
  •                       – Steinwedel (2 Junge)
  • Uetze           – Dedenhausen (3 Junge)
  •                      – Hänigsen (3 Junge)
  •                      – Obershagen (3 Junge)
  •                      – Uetze (1 Junges)

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