Jahreshauptversammlung der Ortsfeuerwehr Sehnde zeigt Baustellen auf

23. Januar 2017 @

Die Kameraden der Ortsfeuerwehr Sehnde trafen sich am Sonnabend, 14. Januar, im Feuerwehrhaus am Borsigring. Dorthin waren auch zahlreiche Gäste aus dem Bereich Feuerwehr, Politik und Wirtschaft gekommen, um die alljährliche Jahreshauptversammlung zu besuchen. Ortsbrandmeister Sven Grabbe eröffnete die Versammlung mit einer Begrüßung aller Kameraden und der anwesenden Gäste und ließ anschließend das Jahr aus Sicht der Ortsfeuerwehr Sehnde Revue passieren.

Ortsbrandmeister Sven Grabbe eröffnet die Jahreshauptversammlung im Feuerwehrhaus am Borsigring – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Insgesamt wurde die Ortsfeuerwehr Sehnde im Jahr 2016 99 mal alarmiert und rückte zu 123 Einsätzen aus. Darunter waren 37 Brand- und 35 Hilfeleistungseinsätze, mehrere Fehlalarme, eine Einsatzübung und alleine 24 Unwettereinsätze am 22. Juli, bei denen die Ortsfeuerwehr Sehnde gefordert war.

Am Anfang des Jahres bildeten ausgelöste Brandmeldeanlagen den Schwerpunkt der Einsätze wie schon im Jahr zuvor. Erneut stieg auch die Anzahl der Einsätze „Hilflose Person hinter verschlossener Tür“.

Neben den mehrfachen Fehlauslösungen der Sirene auf dem Rathaus und der Kooperativen Gesamtschule Sehnde (KGS) im Februar, blieb den Kameraden der Brand der Turnhalle an der KGS am 22. Juni ganz besonders in Erinnerung.

Über 255 Einsatzkräfte aus dem Sehnder Stadtgebiet sowie von den Ortsfeuerwehren Lehrte, Ahlten und der Berufsfeuerwehr Hannover kämpften gegen die lichterloh brennende Halle über mehrere Stunden an. Auch die folgenden Tage sowie zweieinhalb Wochen nach dem Großbrand führten die Feuerwehr immer wieder zu Alarmierungen in die Waldstraße zum Löschen kleiner Feuererscheinungen in der Brandruine, da Brandherde unter den Trümmern der einsturzgefährdeten Halle durch die Feuerwehrleute nicht erreicht werden konnten.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen ging der Ortsbrandmeister auf die geleisteten Dienste und Veranstaltungen ein. Neben zahlreichen Ausbildungs- und Monatsdiensten sowie Lehrgängen, Baubesprechungen und Baubegehungen veranstaltete die Ortsfeuerwehr Sehnde erneut das Sehnder Osterfeuer auf dem Parkplatz der K+S in Sehnde und nahm am Sehnder Weihnachtsmarkt teil. Ein Highlight aus Sicht der Kameraden war dabei der diesjährige sehr gut besuchte „Tag der offenen Tür“ bei der Ortsfeuerwehr Sehnde. Dieses Event soll jetzt regelmäßig stattfinden, betonte Ortsbrandmeister Sven Grabbe.

Weitere Veranstaltungen im Jahr 2016 waren die Absicherung des Hannover Marathons, die Teilnahme am Volkstrauertag, die Aufstellung des Weihnachtsbaums am Sehnder Rathaus sowie die Brandsicherheitswache in der Kreuzkirche zum weihnachtlichen Mitternachtsgottesdienst. Mehrere feuerwehrinterne Veranstaltungen, wie das Sommerfest oder das Uno- und Skatturnier, waren organisiert worden, die sich auch weiterhin großer Beliebtheit erfreuen.

Auf der Mitgliederversammlung sind auch einige der Führungspositionen in der Ortsfeuerwehr neu besetzt worden. Auf den Posten des Gerätewartes wurde Marco Pohl gewählt, die Kinderfeuerwehr wurde unter die Leitung von Lars Ascher gestellt und der neue Sicherheitsbeauftragte ist nun Christian Wittenberg. Änderungen gab es auch bei der Ausrüstung der Feuerwehr. So konnte die Ortsfeuerwehr Sehnde einen neuen Rettungssatz mit Schere, Spreizer und weiterem Zubehör übernehmen und erhielt ein Halligantool, auch Hebel- und Brechwerkzeug genannt, sowie einen Kellersaugkorb.

Doch es gab nicht nur viele positive Neuerungen 2016. So bemängelte Grabbe, dass derzeit noch vier hitzebeständige Rettungswesten für Atemschutzgeräteträger beim Einsatz auf dem Wasser fehlen, was sich bei einem Schiffsbrand verheerend auswirken könnte. Denn diese sind jedoch zwingend vorgeschrieben, um den Einsatzkräften mit ihrer schweren Ausrüstung eine sichere Brandbekämpfung auf dem Wasser zu ermöglichen. Ohne sie kann kein Bordangriff auf einem Schiff erfolgen. „Dies ist auch wichtig im Hinblick auf den zunehmenden Güterverkehr mit über 400 000 Tonnen befördertem Gefahrgut im Jahr 2016 auf dem Mittellandkanal“, betonte Grabbe. Desweiteren fehlen noch vier Helme für die Bootsbesatzungen und Sprechgarnituren für die Funkgeräte.

Stv. Ortsbrandmeister Fabian Lehrke (li.) und Ortsbrandmeister Sven Grabbe (re.) mit allen zum Feuerwehrmann Beförderten: Niclas Wölbitsch, Alex Müller, Cedric Bätge, Dennis Ascher und Jesko Warnecke (v.li.) – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Ein weiterer und auf dieser Jahresversammlung erneut erwähnter Mangel ist die in die Jahre gekommene Drehleiter der Ortsfeuerwehr Sehnde. Hier müsse dringend eine Entscheidung getroffen werden, da diese altersbedingt (Baujahr 1992) und größenbedingt an die Grenze der Belastung gekommen ist. So kommt sie an einige Häuser im Ortsgebiet nicht mehr heran. Dies hatte sich bereits beim Turnhallenbrand in Sehnde gezeigt. Hier müssen endlich „Nägel mit Köpfen gemacht werden“, so der Ortsbrandmeister.

Für das neue Jahr wünschte er sich eine bessere Gesprächs- und Kommunikationsbereitschaft zwischen Stadtrat, Verwaltung und den Feuerwehren und führte dabei die Beschaffung und den Verkauf des Dekon-Fahrzeugs für die Ortsfeuerwehr Bilm an. Nachdem durch den Rat beschlossen wurde, das für die Ortsfeuerwehr Bilm beschaffte Dekon-Fahrzeug wieder zu verkaufen, hatte die Führung der Ortsfeuerwehr Sehnde angemerkt, diesen doch mit dem Gerätewagen Logistik (GW-L) der Ortsfeuerwehr Sehnde zu tauschen und den GW-L zu verkaufen.

Der GW-L passt auf Grund seiner Größe nur vorwärts in das Sehnder Feuerwehrhaus und besitzt zudem nur Platz für drei Einsatzkräfte. Das Dekonfahrzeug ähnelt dem Aufbau des GW-L mit dem Vorteil einer Sechsmann-Besatzung und der Möglichkeit, es richtig herum in die Fahrzeughalle zu stellen – wie eine Stellprobe zeigte.

Ein weiterer Wunsch des Ortsbrandmeisters war erneut, dass die Stadt Sehnde als Einstellungskriterium für Rathaus und Bauhof eine Bereitschaft zur Mitgliedschaft in der Feuerwehr einführt, wie sie in Lehrte und Laatzen gefordert sind, um die Tagesalarmbereitschaft zu erhöhen. Denn mittlerweile arbeiten viele Mitglieder der Feuerwehr Sehnde außerhalb der Stadt – und stehen damit während der Arbeitszeit nicht für Einsätze zur Verfügung.

Zum Abschluss dankte er allen Kameraden für die in 2016 geleistete Arbeit und ihr unbezahltes und unbezahlbares ehrenamtliches Engagement, den Arbeitgeber für die Freistellung ihrer Angestellten bei Einsätzen und Lehrgängen, dem Förderverein sowie den fördernden Mitgliedern und dem Musikverein für die Unterstützung der Feuerwehr sowie Rat und Verwaltung für die Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank ging auch an die Familien der Kameraden, die oft in Kauf nehmen müssen, dass ihre Männer und Frauen „gerade mal wieder“ bei der Feuerwehr sind.

Nach dem Ortsbrandmeister stellten auch die weiteren Funktionsträger ihre Jahresberichte vor. Jugendfeuerwehrwart Dennis Kraft berichtete von einem erfolgreichen Jahr. Die 22 Jugendliche, davon fünf Mädchen, der Jugendfeuerwehr haben bei der Winter- sowie der Sommerolympiade der Stadtjugendfeuerwehr den ersten Platz geholt und damit das Recht erkämpft, diese 2017 auszurichten. Zehn Jugendliche haben im vergangenen Jahr die Jugendflamme der Stufe 2 bestanden, eine Jugendliche sogar die der Stufe 3. Auch die Leistungsspange wurde von drei Kameraden der Jugendfeuerwehr erworben. Erneut nahmen die Gruppen am Stadtzeltlager der Stadtjugendfeuerwehr im Schwedeneck teil und eine Gruppe konnte sich den 5. Platz beim Bundeswettbewerb sichern.

Ein ähnliches Programm hatte auch die 19 Kinder zählende Kinderfeuerwehr unter der Leitung des Kinderfeuerwehrwartes Lars Ascher 2016 erlebt. Neben den zahlreichen Diensten und Veranstaltungen zusammen mit der Jugendfeuerwehr stand als besonderer Highlight der Besuch des Serengeti-Parks auf dem Dienstplan.

Stv. Ortsbrandmeister Fabian Lehrke (li.) und Ortsbrandmeister Sven Grabbe (re.) mit allen Beförderten: Klaus Bause, Steffen Bartelt, Jörn Alfeld (zum Hauptfeuerwehrmann), Christian Wittenberg (zum Löschmeister) (v.li.) – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Im Laufe des Jahres traten dann 8 der 19 Kinder in die Jugendfeuerwehr über.

Der Atemschutzgerätewart Nils Haase meldte, dass der Ortsfeuerwehr Sehnde derzeit 14 Atemschutzgeräteträger zur Verfügung stehen. Im Verlauf des Jahres wurden zehn Dienste absolviert, bei denen in verschiedenen Ausbildungen Themen, wie beispielweise Einsatz der Wärmebildkamera und Notfalltasche sowie das Öffnen von verrauchten Räumen, ausgebildet wurden. Zwei besondere Dienste sind den Kameraden dabei besonders in Erinnerung geblieben. Zum einen die Besteigung des Sehnder Kalibergs unter Atemschutz und der durch den Förderverein ermöglichte Besuch der Brandcontainer in Bad Gandersheim, der den Teilnehmern wertvolle Erfahrungen unter realen Bedingungen verschaffte.

Im Anschluss stellte Feuerwehrtauchwart Meinhard Griepentrog-Bätge das Jahr aus Sicht der Taucher vor. Derzeit hat die Fachgruppe „Feuerwehrtaucher“ sieben ausgebildete Taucher und eine Feuerwehrtaucherin in Ausbildung. Diese kommen aus den Ortsfeuerwehren Sehnde, Höver und Müllingen. Im Jahr 2016 erfolgten viele Tauchdienste in den Seen und Gewässern der Region Hannover sowie dem Hallenbad in Höver. Unter anderem testete die Gruppe das bei der letzten Jahreshauptversammlung übergeben Tauchertelefon sowie das neue Spineboard intensiv. 2016 wurde die Fachgruppe zudem zu vier Einsätzen alarmiert und nahm an verschiedenen Veranstaltungen, wie dem Tag der offenen Tür, dem Jugendfeuerwehrtag in Lühnde und dem Allerschwimmen in Celle, teil.

Nach den Berichten ging es zu den Tagesordnungspunkten Übernahmen, Verleihung von Dienstgraden und Auszeichnungen. Aus der Jugendfeuerwehr übernommen oder neu dazugekommen sind die Kameraden Dennis Ascher, Anja Falkenhagen, Niclas Wölbitsch, Nico Lobenstein und Rene Isler.

Alex Müller, Cedric Bätge, Jesko Wanecke, Dennis Ascher und Niclas Wölbitsch durften sich über die Beförderung zum Feuerwehrmann freuen. Torsten Klein erhielt der Dienstgrad Oberfeuerwehrmann und Klaus Bause, Steffen Bartelt sowie Jörn Alfeld sind nun Hauptfeuerwehrmann. Der neue Sicherheitsbeauftragte Christian Wittenberg wurde außerdem zum Löschmeister befördert.

Eine besondere Auszeichnung erhielt anschließend Ron Breitenherd durch den Abschnittsleiter des Brandabschnitts IV und stellvertretenden Regionsbrandmeister Detlef Hilgert. Ihm wurde für sein langjähriges Engagement in der Feuerwehr, insbesondere im Bereich der Jugendarbeit, die Ehrennadel in Bronze des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen verliehen.

Im Anschluss an die Verleihung erfolgten die Grußworte verschiedener Funktionsträger der Feuerwehr sowie zahlreicher geladener Gäste aus Rat, Verwaltung, Politik und Wirtschaft. Natürlich richtete dabei auch der Stadtbrandmeister Jochen Köpfer das Wort an die Kameraden und verkündete, dass die Stadtfeuerwehr aus dem Feuerwehrhaus in die nebenan liegende ehemalige Rettungswache des DRK umziehen wird. Damit erhält die Ortsfeuerwehr Sehnde die frei werdenden Räume und kann damit der Jugendfeuerwehr endlich einen angemessen großen Raum zur Verfügung stellen.

Nach diesem letzten Tagesordnungspunkt schloss der Ortsbrandmeister Sven Grabbe die Jahreshauptversammlung und die Veranstaltung ging zum gemütlichen Teil über.

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