Grundsteinlegung für das neue „Fachkrankenhaus für die Seele“ in Köthenwald

8. Dezember 2018 @ 0 Kommentare

Dr. Matthias Wilkening eröffnet mit der Grundsteinlegung am Freitagnachmittag, 14.18 Uhr, den Bau des neuen Klinikums in Köthenwald. Dort werden dann alle Einrichtungen der bisher weitverzweigten Anlage aus Ilten und Köthenwald zusammengeführt. Der Neubau, der wohl eines der größten psychiatrischen Krankenhäuser in Deutschlands werden dürfte, kostet insgesamt rund 70 Millionen Euro, wovon das Land Niedersachsen 48 Millionen zur Verfügung stellt. Nach 130 Jahren Geschichte wird damit erstmals ein gemeinsamer Platz für alle in der Klinik behandelten Patienten gebaut.

Das Gelände ist schon für den Bau vorbereitet - Foto: JPH
Das Gelände ist schon für den Bau vorbereitet – Foto: JPH

Viele eingeladene Besucher waren am Freitag nachKöthenwald zur Grundsteinlegung des Neubaus des Krankenhauses für die Seele, so der Beiname des Klinikums Wahrendorff, gekommen und gaben dem Ereignis einen würdigen Rahmen. So konnte Dr. Matthias Wilkening, Geschäftsführer des Klinikums und Bauherr, die Bundestagsabgeordneten Dr. Matthias Miersch (SPD) und Grigorios Aggelidis (FDP), die niedersächsische Sozialministerin Dr. Carola Reimann (SPD), die LandtagsabgeordneteDr. Silke Lesemann (SPD) und den Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke begrüßen. Außerdem waren der Fraktionsvorsitzende der Sehnder SPD-Fraktion Olaf Kruse und sein CDU-Kollege Klaus Hoffmann sowie die ehemalige Sozialministerin von Niedersachsen, Cornelia Rundt, zu dem wichtigen Ereignis gekommen. Immerhin ist das Klinikum mit etwa 1200 Arbeitnehmern auch einer der größten Arbeitgeber der Region und Sehndes.

Die Politiker Dr. Matthias Miersch, Dr. Carola Reimann, Dr. Silke Lesemann, Olaf Kruse und Jörn Bluhm (v.re.) waren anwesend - Foto: JPH
Die Politiker Dr. Matthias Miersch, Dr. Carola Reimann, Dr. Silke Lesemann, Olaf Kruse und Jörn Bluhm (v.re.) waren anwesend – Foto: JPH

In seiner kurzen Rede anlässlich des Ereignisses blickte Wilkening zurück auf das 25-jährige Jubiläum des Klinikums unter FerdinandWahrendorff im Jahr 1887, damals noch als „Asyl Ilten“, dem er nun nach rund weiteren 130 Jahren einen zusätzlichen Meilenstein hinzufügen darf. Er dankte dabi auch seinen Mitarbeitern, ohne die der Schritt an einen zentralen Platz nicht mögölich wäre und der Sozialministerin und der Stadtführung von Sehnde für die wertvolle Unterstützung für das Bauvorhaben. „Auch die Uhrzeit ist gewollt ungewöhnlich“, informierte Dr. Wilkening die Gäste. „Sie symbolisiert eine Wegmarke hin zum Neubau unseres Fachkrankenhauses für die Seele. 2014 haben wir mit den Planungen begonnen und gut vier Jahre später setzen wir heute im Jahr 2018 den Grundstein. Ein bedeutender Tag für unsere Patienten und uns. Bereits im Jahr 2021 werden wir hier unsere ersten Patienten behandeln. Ich freue mich zudem persönlich, dass ich nun nach Ferdinand Wahrendorff hier auch eine eigene Spur hinterlassen kann.“ Er betonte auch, dass man die Erkrankungen der Seele fälschlicherweise noch immer nicht als Erkrankung ansehe, die etwa dem Beinbruch oder der Diabetes gleichgesetzt sei.

Dr. Matthias Wilkening begrüßte die Gäste und sprach über das Vorhaben - Foto: JPH
Dr. Matthias Wilkening begrüßte die Gäste und sprach über das Vorhaben – Foto: JPH

Ministerin Reimann freute sich, an diesem wichtigen Tag dabei sein zu dürfen und wies auf die Förderung des Baus mit Landesmitteln hin. „Hier in Köthenwald entsteht nun der größte zusammenhängende Psychiatrie-Neubau, der mit Landesmitteln nach dem Krankenhausfinanzierungsgesetz gefördert wird“, betonte sie. „Wir haben als Land so viel Geld in die Hand genommen, weil uns das dahinterstehende Konzept überzeugt hat. Durch Einbeziehen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter soll ein Gebäude entstehen, das den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten in besonderer Weise Rechnung trägt.“ Das neue Konzept des Klinikbaus sei aus der großen Erfahrung geboren wurde und eröffne eine Mischung zwischen Rückzugsmöglichkeit und Teilhabe.

Dr. Carola Reimann, Dr. Matthias Wilkening, Dr. Rainer Brase und Jan Soltau (v.re.) legten den Grundstein – Foto: JPH

Dr. Silke Lesemann, örtliche Landtagsabgeordnete, sieht den Neubau als lange gehegten Wunsch des Klinikums als großen Erfolg für Land und Stadt an und freut sich, dass der „Gesundheitsstandort“ damit aufgewertet werde. Auch der Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke hob die Bedeutung der 60-Millionen-Investition in der Stadt hervor. „Einer der größten Arbeitgeber der Stadt erstellt nun eines der größten Bauwerke von Sehnde“, führte er an. „Und die Bedeutung der damit verbundenen neuesten Behandlungsmethoden sind ebenfalls ein Gewinn für die Stadt.“ Insofern war auch er dankbar für die Förderung durch das Land.

Nach Abschluss der Arbeiten bekam die Ministerin einen Blumenstrauß von Dr. Matthias Wilkening – Foto: JPH

Schließlich legte Dr. Carola Reimann gemeinsam mit den beiden Geschäftsführern Dr. Matthias Wilkening und Dr. Rainer Brase den Grundstein. „Ein bedeutender Tag für unsere Patienten und uns. Bereits im Jahr 2021 werden wir hier unsere ersten Patienten behandeln“, so Dr. Wilkening bei der Grundsteinlegung.Das fünfteilige Gebäude (siehe gesonderten Beitrag) bietet dann 300 Betten und 34 tagesklinische Plätze. Es ist durch die fünf Gebäudeteile überschaubar untergliedert und hat gleichzeitig kurze Wege für Patientinnen und Patienten sowie für die Mitarbeitenden. Neben zahlreichen Einzel- und Doppelzimmern zum Wohlfühlen und Genesen wird es unter anderem großzügige Therapiebereiche für Einzel- und Gruppenangebote sowie einen Sportbereich mit eigener Halle geben. Die Sporthalle und der Speisesaal sind wichtige Merkmale des Neubaus. Einheiten, denen in der psychiatrischen und psychosomatischen Behandlung besondere Bedeutung zukommt. Derzeit betreibt das Klinikum Wahrendorff sein Fachkrankenhaus noch in sieben verteilten Gebäuden in Ilten und Köthenwald. Im Neubau wird es ab 2021 anders sein. Hier werden sich Menschen mit verschiedenen Krankheitsbildern sowie unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen gemeinsam in einem Klinikgebäude aufhalten. Ziel des Neubaus ist es, für dieses „Zuhause auf Zeit“ ein anregendes und vielseitiges Ambiente als heilungsförderndes Umfeld für Körper, Geist und Seele zu gestalten, in dem den unterschiedlichen Bedürfnissen der Patienten Rechnung getragen wird. Das architektonisches Konzept, die Planung und Bauausführung liegen bei tönies schroeterjansen freie architekten (tsj), die an diesem Tag von Jan Soltau vertreten wurden.

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