„Frühe Hilfen“ – jetzt auch in Sehnde: Lenkungsgruppe Sehnde nimmt Arbeit auf

25. April 2018 @

Haben Sie kleine Kinder bis zum Schulalter oder bekommen Sie gerade ein Baby, aber Ihnen fehlen Informationen, wo es wann welche Angebote für Kinder, Eltern und Familien rund um die Themen Kindesentwicklung, Kindererziehung und Elternschaft gibt? Vielleicht kennen Sie auch schon einige Angebote, diese sind für Sie aber schlecht erreichbar? Oder Sie wünschen sich ganz bestimmte Angebote, die es vor Ort noch nicht gibt?

Prävention und Vorplanung ist wichtig – Foto: JPH

Um diese Ziele zu verfolgen, führt die Stadt Sehnde in Kooperation mit der Region Hannover derzeit bis zum 30. April eine Bedarfsermittlung durch. Es ist wichtig zu wissen, was sich Eltern mit Kindern bis zu sechs Jahren oder werdende Mütter und Väter in der Stadt Sehnde wünschen, damit ihre Kinder in einem gesunden und chancengerechten Umfeld aufwachsen können. Prävention vor Intervention ist hier der Leitgedanke.

Dazu werden zum Beispiel in Tagespflegestellen und Kindergärten in der Stadt Sehnde Fragebögen an (werdende) Eltern sowie an Fachkräfte (Hebammen, Erzieherinnen, Tagespflegepersonen, etc.)  ausgegeben. Auf diesem Weg sollen Einschätzungen aus zwei Perspektiven erhoben werden. So haben sowohl Fachkräfte als auch Eltern die Möglichkeit zu äußern, welche Aspekte sie in Sachen Kindesentwicklung, Kindererziehung und Elternschaft bewegen und zu welchen es aus ihrer Sicht ein Angebot geben sollte. Da hier also wichtige Informationen ermitteln werden können, zählt jeder ausgefüllte Fragebogen. Die Teilnahme ist anonym und die Auswertung der Fragebogenaktion erfolgt durch die Region Hannover, Fachbereich Jugend.

Initiiert wird diese Befragung durch das Netzwerk „Frühe Hilfe Sehnde“. Die Stadt Sehnde und die Region Hannover haben dieses gemeinsam im Januar 2018 hier in Sehnde gegründet. Das Netzwerk wird von einer Lenkungsgruppe koordiniert. Die Mitglieder davon kommen überwiegend aus dem Jugendhilfe-, Gesundheits-, Elternbildungs- und Verwaltungsbereich und treffen sich in der Regel alle acht Wochen bis vierteljährlich. Ziel der Lenkungsgruppe ist die bedarfsgerechte Planung und Steuerung von Präventionsleistungen sowie die vernetzte Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure. Die Lenkungsgruppe ist offen für weitere Mitglieder aus den oben genannten Bereichen.

Doch was sind Frühe Hilfen? Mit dem Aktionsprogramm „Frühe Hilfen für Eltern und Kinder und soziale Frühwarnsysteme“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Deutschen Jugendinstituts wurde 2007 ein Grundstein für den präventiven Kinderschutz gelegt, sodass 2012 dann das erste Bundeskinderschutzgesetz, in dem die Frühen Hilfen als gesetzliche Grundlage verankert sind, verabschiedet werden. Durch diese Bundesinitiative ergriffen immer mehr Kommunen in Niedersachsen die Chance, Frühe Hilfen zu etablieren und auszubauen. Auf kommunaler Ebene in der Region Hannover geschieht dies durch Gründung eines Netzwerkes Frühe Hilfen vor Ort in den Kommunen. Diese sollen dabei helfen, Brücken zwischen den einzelnen lokalen und regionalen Trägern zu bauen, damit Familien und Kinder präventive Förderung bedarfsgerecht und koordiniert erhalten können. Denn um Kinder und Familien frühzeitig zu unterstützen, ist es wichtig, die Leistungen aus verschiedenen Handlungsfeldern aufeinander abgestimmt anzubieten.

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