Civitan Club Sehnde fördert erneut Präventionsprojekt gegen sexualisierte Gewalt an Kindern

27. Mai 2017 @

„Finger weg von Julia!“ heißt das vom Mathom Theater Melle am Montag, 22. Mai, in Ilten aufgeführte Theaterstück.  In dieser Aufführung machten die Schauspieler Regina und Klaus Gwiasda mit Handpuppen und „in persona“ den Schülerinnen und Schülern der 1. bis 4. Klassen der Wilhelm-Raabe-Grundschule Ilten in kindgerechter Weise deutlich, wo Missbrauch anfängt, ohne ihnen Angst zu machen.

Info-Veranstaltung für Eltern: Jennifer Glandorf, Gleichstellungsbeauftragte, und Katharina Fischer, Fachdienst Kita und Jugend, Michael Huwald, Kriminalhauptkommissar, Petra Karger, Beratungsstelle Heckenrose,und Gabriele Hecht, Schulleiterin (v.li.) – Foto: R. Grethe/Civitan Club

Die Grundschüler fieberten 55 Minuten mit, feuern die mutige Julia an und schimpften mit Tom, der am Ende eine Strafe erhält. Die Theatermacher haben ihr Ziel erreicht, Kinder in ihrer Persönlichkeit zu stärken und zu zeigen, dass sie das Recht haben, „nein“ zu sagen.

In einem Informationsabend im Rahmen dieses Projektes gegen sexuelle Gewalt an Kindern, das der Civitan Club seit 2011 bereits zum 9. Mal initiiert und mit Unterstützung des Sehnder Präventionsrates, Eigenmitteln und Spenden finanziert, waren auch die Eltern und Lehrkräfte der Wilhelm-Raabe-Grundschule einbezogen. Mehr als 60 Mütter und Väter sowie interessierte Gäste waren der Einladung gefolgt und wurden von Kriminalhauptkommissar Michael Huwald vom Zentralen Kriminaldienst Hannover über Erkenntnisse der Polizei zum sexuellen Missbrauch von Kindern informiert. Huwald ging darauf ein, wie der oft über mehrere Jahre dauernde Kontaktaufbau eines Täters zu einem Kind zustande kommen kann und wie wichtig es für ein Kind ist, sich in einer schwierigen Situation einem Erwachsenen anvertrauen zu können. Es sei für Angehörige oft ein wichtiger Schritt, einen Verdacht auf Missbrauch anzuzeigen, um die Gewaltspirale zu durchbrechen. Auch gibt es die Möglichkeit, sich an das Netzwerk ProBeweis in der Medizinischen Hochschule Hannover zu wenden, um einen Tatbestand aufnehmen zu lassen – für den Fall der späteren Anzeige.

Regina und Klaus Gwiasda, Mathom Theater Melle, bei der Aufführung in Ilten – Foto: R. Grethe/Civitan Club

Petra Karger, Sozialtherapeutin von der Beratungsstelle zu sexueller Gewalt „Heckenrose“ in Peine ging in ihrem Referat darauf ein, was Eltern tun können, um ihre Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen. Wichtig sei es, Kinder stark zu machen, ihnen Selbstvertrauen zu geben und ihnen bewusst zu machen, dass sie  Rechte haben. In einer Situation, die Kindern unangenehm ist, unrecht oder unheimlich vorkommt, sollten sie nein sagen können. Katharina Fischer vom Fachdienst Kindertagesstätten und Jugend der Stadt Sehnde, und Jennifer Glandorf, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, stellten die Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten in Bereich der Prävention vor, die Sehnder Familien dabei auch zur Verfügung stehen.

Die stellvertretende Sehnder Bürgermeisterin Gisela Neuse und Gabriele Hecht, Schulleiterin der Wilhelm-Raabe-Grundschule Ilten, dankten Renate Grethe vom Civitan Club Sehnde für das dauerhafte Engagement mit dem Präventionsprojekt gegen sexualisierte Gewalt an Kindern an Sehnder Grundschulen und wünschten sich eine Fortsetzung in den kommenden Jahren.

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