Auf leisen „Sohlen“ elektrisch nach Sehnde

5. Dezember 2016 @

Die Elektro-Zeit in Sehnde ist nach Auffassung der meisten Sehnder seit Abschaffung der ehemaligen üstra-Linie 15 vorbei, der Verkehr läuft seitdem mit Diesel und Benzin über die Straße, wie überall. Doch weit gefehlt: In Sehnde hat das Straßenzeitalter der Elektroautos längst begonnen und ein Zuhause im KaffeeHaus an der Sehnder Chausseestraße gefunden. Dort treffen sich jeden Monat am ersten Sonnabend die zahlreiche Elektroauto-Fahrer aus allen Bereichen Norddeutschlands „zu Kaffee und Kuchen“.

Die Elektro-Fahrer mit Roland Klose (2.v.li.) am KaffeeHaus in Sehnde - Foto: JPH

Die Elektro-Fahrer mit Roland Klose (2.v.li.) am KaffeeHaus in Sehnde – Foto: JPH

„Wir sind zwischen 20 und 40 Autofahrer, die sich regelmäßig hier treffen“, sagte Roland Klose, Sprecher der Gruppe, die sich gerade im KaffeeHaus getroffen hat. „Entstanden ist dieses Treffen durch persönliche Kenntnis der Inhaberin. Dabei ist das Treffen hier in Sehnde inzwischen eines unserer größeren geworden. “ Die Fahrer kommen mit ihren Elektroautos aus Neumünster, Essen, Bremen und dem hannoverschen Umland. An Fahrzeugen sind alle Typen der derzeitigen Angebotspalette vor dem Haus abgestellt: Renault Zoe, Tesla, BMW i3, Smart und auch VW Golf.

Auf dem Parkplatz vor dem Café werden die Fahrzeuge nach Ankunft umschichtig geladen. „Die Schnellladeeinrichtung haben wir selbst gebaut“, so Klose. “ Dann sind sie zur Abfahrt wieder soweit voll, dass man mindestens bis zur nächste Säule oder 100 Kilometer weit kommt.“ Die Anreise aus Essen, so Klaus-Peter Schobeß, E-Golffahrer, kostet ja nicht mehr als einmal Kaffee und Kuchen hier. Für die Fahrt nach Sehnde hat er zweimal für 15 bis 20 Minuten „zwischengetankt“ – oder wie immer man das bei Elektroautos nennt. „Dauert etwa 20 Minuten, dann kann man wieder etwa 100 Kilometer fahren.“

Allerdings muss man die Fahrt gewissenhaft planen, denn die Ladestationsdichte lässt noch zu wünschen übrig. „Das wäre etwas, was man unbedingt verbessern muss“, so Jan-Hinnerk Bracker aus Kiel. „Aber die Netzdichte wird täglich besser.“ Und das ist eines der Themen, die man hier so bespricht. Neben den Themen wie diese „Ladepunkte“ tauscht man sich über Umbauten, Förderungen und weitere Treffen aus. Auch die Stecker-Technik sollte genormt werden, denn derzeit gibt es unterschiedliche Systeme, Typ 2 ist am verbreitetesten, CSS ist relativ selten  – und dann die Haussteckdose. „Inzwischen ist eine Ladestation auch bei der Wahl der Einkaufsmärkte ein Kriterium. Damit können Unternehmer punkten“, sagt Klose. Der will demnächst nach Österreich in den Urlaub fahren, „688 Kilometer sind mit Nachladen kein Problem“, erzählt er, „das habe ich schon mal gemacht. Dabei habe ich 3500 Kilometer absolviert und war nie leerer gefahren als 30 Porzent. In Österreich gibt es mehr Ladestationen.“

Auch individuelle Verzierungen gibt es auf den Autos - Foto: JPH

Auch individuelle Verzierungen gibt es auf den Autos – Foto: JPH

Insgesamt, so die E-Auto-Besitzer, fährt man mit dem E-Auto gemütlicher, stressfreier und „entschleunigter“. Dabei ist die Beschleunigung deutlich besser als bei den handelsüblichen Wagen, denn der E-Motor dreht ohne Schalten hoch – „das ist aber nicht unser Ziel“, bestätigen die Anwesenden. Das übrige Fahren ist wie bei normalen Autos auch – doch leiser und damit für manch anderen Verkehrsteilnehmer eine Überraschung, wenn plötzlich ein Auto auftaucht.  Auch Batterien sind ein Gesprächsthema. Dabei gibt Tesla acht Jahre Garantie, wie VW, bei Renault sind die Batterien gemietet. Grundsätzlich sind 80 000 Kilometer mit dem Satz kein Problem. „Wir würden uns nie wieder einen Verbrenner kaufen“, das sagen alle im tiefsten Ton der inneren Überzeugung – und wenn man ihnen so zuhört und schon mal selbst „elektrisch“ gefahren ist, dann kann man das verstehen.

Wer sich für Elektroautos interessiert, ist von den Fahrern im KaffeeHaus eingeladen, sich zu informieren, sogar mal Probe zu fahren. Das nächste Treffen ist am 10. Dezember von 14 bis 18 Uhr, Informationen dazu gibt es hier https://www.sehnde-news.de/?p=138400. Verbrenner-Fahrer und Elektroautobesitzer sind dazu herzlich willkommen.

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