Als Deutscher in den USA

13. Oktober 2016 @

Heute:  Snafu in Amerika

SEHNDE-NEWS.DE. Es ist ja bald Halloween und da dachte ich mir, ich könnte Ihnen ja schon mal eine Gruselgeschichte erzählen. Bei sowas kommt natürlich immer was dazwischen. Diesmal war es Donald Trump. Ach, der schon wieder, höre ich Sie jetzt sagen, und eigentlich haben Sie ja recht. Vielleicht hat er es aber diesmal wirklich übertrieben mit seiner, na, sagen wir mal, selbstgerechten Art und seiner mittelalterlichen Weltsicht. Erledigte Fälle sind ja nicht so mein Ding, also kein Trump diesmal. So sorry. Für Trump gilt der Spruch: Tot sein ist nur schlimm für die Hinterbliebenen, man selber weiß ja nicht, das man tot ist. Genau so ist es, wenn man blöd ist.

Andreas Kraatz blickt in ein neues Magazin in den USA - Foto: AK

Andreas Kraatz blickt in ein neues Magazin in den USA – Foto: AK

So, nun aber doch noch die Gruselgeschichte, die wie immer total wahr und wirklich so passiert ist.

1972 kauft die Familie von Delbert Jones ihr erstes Haus. Es ist reparaturbedürftig,  aber die Jones ziehen sofort ein und beschließen, die notwendigen Arbeiten nach und nach zu erledigen. Irgendwann kamen die Nachbarn vorbei um Hallo zu sagen und erzählten, dass die Vorbesitzer nach ihrer Scheidung ausgezogen waren. Der Grund: Ihr erstes Kind war im Schlaf erstickt, was die Beziehung zunehmend belastet hatte. Mr. und Mrs. Jones waren natürlich entsetzt, besonders weil Mrs. Jones selbst gerade schwanger war und sich das Paar nicht vorstellen konnte, so etwas unbeschadet durchzustehen.

Nach kurzer Zeit vergaßen sie jedoch die Geschichte und begannen mit der Renovierung. Beim Tapezieren des Kinderzimmers schlug Mr. Jones vor, nur die Wände zu überkleben, aber seine Frau bestand darauf, auch den Wandschrank zumindest neu zu streichen. Während sie auf dem Boden kniend die Wand von Tapetenresten befreite, entdeckte Mrs. Jones etwas, das ihr das Blut zu Eis gefrieren ließ. Etwa auf Augenhöhe eines kleinen Kindes stand da in krakeliger Handschrift: “Ich habe das Baby umgebracht”.

Zum Abschluss noch der Hinweis auf ein neues Wochenmagazin, dass hier an den Kiosken ausliegt. Es heißt „The Slammer“, grob übersetzt „Zelle“. Der Name leitet sich ab aus dem knallenden Geräusch, das die Zellentür im Knast macht, wenn sie hinter einem ins Schloss fällt und der Wächter die Riegel krachend einrasten lässt. Hoffnungslosigkeit pur, sozusagen. Wie auch immer, dieses Wochenmagazin hat es sich zur Aufgabe gemacht, ausschließlich sogenannte „mug shots“ zu veröffentlichen, also diese Aufnahmen von Delinquenten unmittelbar nach der Festnahme.

Im Medienzentrum gibt es jetzt ein neues Magazin - Foto: AK

Im Medienzentrum gibt es jetzt ein neues Magazin – Foto: AK

Damit es nicht gar zu langweilig wird, hat das Magazin verschiedene Rubriken eingeführt. Die Suffköppe findet man unter „Kneipentour“, Raser stehen auf der Seite „Motorsport“ und wer eine besonders doofe Frisur hat, findet sich unter „Fashion Tips“ wieder. Sollten Sie eine Tätowierung haben und bei irgendwas erwischt werden, stehen Sie in der Rubrik „Bildende Kunst“. Das Ganze genügt natürlich nicht mal im Ansatz irgendeiner Datenschutzrichtlinie, aber das stört hier keinen Menschen. Werbung gibt’s im „Slammer“ natürlich auch, meistens von Unternehmen, die Geld dafür ausgeben, dass Knastbrüder erstmal nicht einsitzen müssen.

„Bail Bonds“ heißen die, und die Betreiber sehen meist so aus, als wenn sie Justizia selbst gerade noch mal so von der Waage gehüpft sind. Hier bei uns treibt noch eine wasserstoffblonde Dame ihr Unwesen, die sich offenbar zwei Wassermelonen in den Ausschnitt gestopft hat. Ein echter Zirkus. Ach so, falls Sie sich wundern sollten, weil Sie solange nichts von meinem Nachbarn gehört haben: Den finden Sie derzeit im „Slammer“ unter „Ausländische Würdenträger“. Man gönnt sich ja sonst nichts.

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