Gefahrguteinsatz in der Feldmark

27. September 2013 @

Bei einem Spaziergang werden zwei Personen auf mehrere abgestellte Behälter am Waldrand aufmerksam. Aus den Kanistern unterschiedlicher Größe schlägt ihnen ein stechend riechender Geruch entgegen. Die Kanister, die Flusssäure enthalten, müssen durch Spezialkräfte der Feuerwehr gebunden und aufgenommen werden. Zwei Personen müssen durch die Feuerwehr betreut werden, eine Person wird wegen Kreislaufschwierigkeiten versorgt.

Der Notdekontaminierungspunkt und die Absperrungen im Unfeld des Gefahrgutfundes - Foto: Stadtfeuerwehr Sende

Der Notdekontaminierungspunkt und die Absperrungen im Unfeld des Gefahrgutfundes – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Gegen 18.35 Uhr am Donnerstag wird die Ortsfeuerwehr Müllingen und der Gefahrgutmesswagen aus Höver zu den Fischteichen in Müllingen alarmiert. Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wird durch die Hinweisgeber der Fundort gezeigt. Da beide über Atem- und Magenbeschwerden klagen, werden sie durch die Einsatzkräfte medizinisch erstversorgt. Der Einsatzleiter veranlasst eine weiträumige Sperrung des Gefahrenbereichs.

Weitere Spezialkräfte für Gefahrgut werden aus dem Stadtgebiet Sehnde nachgefordert. Mit Analyse- und Nachweisgeräten geht ein Atemschutztrupp zur Erkundung vor. Dabei wird festgestellt, dass sich in den Kanistern die hochgefährliche Flüssigkeit, „Fluorwasserstoffsäure“ befindet. Fluorwasserstoffsäure, auch Flusssäure genannt, ist ein starkes Kontaktgift. Ihre Gefährlichkeit wird dadurch erhöht, dass sie wegen ihrer hohen Fettlöslichkeit von der Haut sofort absorbiert wird ohne äußerlich sichtbare Verletzungen. Zur Bergung der Säurekanister werden mehrere Atemschutztrupps mit Chemikalienschutzanzügen eingesetzt, die die Kanister in speziellen Kunststoffbehältern zwischenlagern. Die im unmittelbaren Gefahrenbereich eingesetzten Einsatzkräfte legen am Ende an einem Dekontaminationsplatz ihre Schutzanzüge und Einsatzgeräte ab. Die müssen nach dem Einsatz gesondert gereinigt werden.

Der Spezialtrupp zur Untersuchung der Fässer macht sich zum Einsatz fertig - Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Der Spezialtrupp zur Untersuchung der Fässer macht sich zum Einsatz fertig – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Ziel dieser Übung war das richtige Vorgehen nach der sogenannten GAMS Regel sowie ein abschließendes Abarbeiten der Einsatzerfordernisse durch die dafür ausgebildeten Gefahrgutkomponenten der Stadtfeuerwehr. Da es in diesem Fall nur eine Zufahrt zur Einsatzstelle gab und die räumliche Ausdehnung sehr begrenzt war, musste eine Koordination durch die Einsatzleitung erfolgen. Die 80 Übungsteilnehmer sowie die Übungsleitung zeigten sich bei der nachfolgenden Besprechung zufrieden. Erkannte Schwachpunkte wurden angesprochen, aber alle Wehren waren schnell an der Einsatzstelle und die Aufgaben wurden zügig und routiniert abgearbeitet.

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