Weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist… Drei Lehrter Kitas sind „Sprach-Kitas“

9. Oktober 2017 @

In Lehrte nehmen drei Kindertagesstätten trägerübergreifend am Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ teil. Mit der ersten Förderwelle 2016 haben die städtischen Kitas Marktstraße und Drosselweg begonnen, in diesem Jahr ist auch die evangelisch-lutherische Kita Matthäus Lehrte dazugekommen.

Das Bundesprogramm hat drei Schwerpunktthemen:

  • Alltagsintegrierte Sprachbildung
  • Zusammenarbeit mit Eltern
  • Inklusive Pädagogik

Die Stadt Lehrte hat nun drei Sprach-Kitas – Foto: GAH

Das Bundesprogramm soll Kitas mit überdurchschnittlich hohem Anteil an Kindern mit vielfältigem sprachlichem Förderbedarf unterstützen. Über das Programm wird für die Sprach-Kitas eine zusätzlich Sprachfachkraft finanziert, die zusammen mit der Einrichtungsleitung das Kita-Team unterstützt und qualifiziert. Die Sprach-Kitas arbeiten in einem Verbund aus zwölf Kitas zusammen und werden durch die zusätzliche Fachberatung des Bundesprogramms von Frau Westphal fachlich begleitet. Die Anstellungsträgerschaft für die Fachberatung hat der evangelisch-lutherische Kirchenkreis Burgdorf übernommen. Zum Verbund Region Ost gehören neben Lehrte jeweils drei Sprach-Kitas aus Burgdorf und Uetze, sowie der evangelisch-lutherische Kindergarten der Gartenkirche St. Marien Hannover.

In den Lehrter Kindertagesstätten ist die alltagsintegrierte Sprachbildung schon mit dem Bundesprogramm „Schwerpunkt-Kita Sprache – und Integration“ im Fokus. Der Bereich der alltagsintegrierten Sprachbildung wird in Lehrte durch das eigene Konzept „WORTSTARK in Lehrte“ umgesetzt.

Die Sprach-Kitas haben dabei ein Eigenverständnis für ihre Arbeit entwickelt.

Kita Marktstraße
Die Kita mit vier Regelgruppen und einer Integrationsgruppe wird von ganz unterschiedlichen Familien besucht. Das alltägliche Miteinander ist lebendig und abwechslungsreich, von viel Spaß geprägt. Die Kita lebt eine vertrauensvolle und willkommen heißende Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit allen Eltern. „Die Begleitung in der Sprachentwicklung ist uns für alle Kinder wichtig, um eine sichere Grundlage für weitere Lernbereiche wie dem Lese- und Schriftspracherwerb zu ermöglichen“, schildert Sprachfachkraft Bianca Engelke. Jede pädagogische Fachkraft begleitet die Kinder im Tagesablauf zu individuellen Zeiten. So stärkt die Kita die Interessen der Kinder und sie können ihren Wortschatz, wie beispielweise zum Thema Dinosaurier, durch einen eigenen Bau eines T-Rex erweitern.

Der Alltag bietet vielfältige Sprachanlässe, die die Kita durch Schwerpunkte, wie die Schreibwerkstatt, die Mathe-Ecke, die Rollenspielwohnung und den Kreativbereich, in den Gruppen unterstützt. „Im Rahmen des Bundesprogramms haben wir unsere Bibliothek weiter ausgebaut und visuell thematisch sortiert. Auf diese Weise finden alle Kinder Bücher zu ihrem Lieblingsthema und die Fachkräfte sind mit den Kindern im intensiven Austausch und lesen vor“, so die Kita-Leiterin Cornelia Selant.

Kita Drosselweg
Die Kita besteht aus vier Gruppen mit einem teiloffenen Konzept, die von Ulrike Wulfes geleitet wird. Seit Januar 2017 konnte die Kita zusätzlich eine Krippen-Gruppe einrichten, die in einem neuen Anbau untergebracht ist. Dabei wird Vielfalt großgeschrieben, denn die Kinder kommen aus den unterschiedlichsten Kulturen und Familienstrukturen. Aus diesem Grund hat Sprache schon lange einen hohen Stellenwert. Durch die zusätzliche Fachkraft für Sprache, Claudia Stein-Völling, hat das Team die Möglichkeit, die pädagogischen Mitarbeiter im Alltag zu qualifizieren und zu unterstützen. Den Kindern soll Sprache alltagsintegriert nahe gebracht werden. Durch Vorlesen, sprachliches Begleiten und Vorbildfunktion der pädagogischen Fachkräfte, sowie Gespräche und auch stetige Wiederholung, sollen die Kinder sprachlich gestärkt werden. Viele Funktionsecken, der Bewegungsraum und eine große Bücherstube greifen die Themen der Kinder auf und geben vielfältige sprachliche Anlässe.

„Die Zusammenarbeit mit Eltern ist für uns ein wichtiger Grundstein, damit die Kinder sich gut im Kindergarten einleben und zurecht finden“ so die Kita-Leitung. „Dafür ist es wichtig, immer im Gespräch zu bleiben, damit die Erziehungspartnerschaft gelingt.“ Deshalb haben sich zwei Mitarbeiterinnen durch das Projekt zur Elternbegleitung qualifiziert und können so wertvolle Unterstützung geben.

Evangelisch-lutherische  Kita Matthäus Lehrte
Die evangelisch-lutherische Kita Matthäus Lehrte besteht aus vier Kindergartengruppen und zwei Krippengruppen. Im Kindergarten wird nach einem offenen Konzept gearbeitet, in dem sich die Kinder während des Freispiels für einen der angebotenen Funktionsbereiche frei entscheiden können. Aus dem vorangegangenen Programm der Schwerpunkt-Kitas haben sich im Kita-Alltag bereits eine Bücherei für den Kindergarten und die Krippe, sowie die Teilnahme aller Fachkräfte am Konzept „WORTSTARK in Lehrte“ etabliert. Dadurch wurde das Team insbesondere für die frühe Sprachentwicklung sensibilisiert und arbeitet seitdem eng mit Fachärzten und Therapeuten zusammen.

Im Zuge des neuen Programms „Sprach-Kitas“ hat es sich das sogenannte Tandem, bestehend aus stellvertretender Leiterin Astrid Jäckel und Sprachfachkraft Ronja Weigelt, zum Ziel gemacht, in den nächsten Jahren eine positive Gesprächskultur für alle Sprachen innerhalb der Kita zu schaffen und die alltagsintegrierte Sprachbildung noch deutlicher im pädagogischen Alltag zu verankern.

An drei Tagen in der Woche ist Weigelt in der Kita vor Ort und arbeitet dort in Form von Projektphasen mit einzelnen Gruppen zum Bundesprogramm: „Die Kolleginnen haben ein großes Interesse, ihr sprachliches Handeln zu reflektieren und zu verbessern. Deshalb möchte ich verstärkt mit Videografien arbeiten und diese dann gemeinsam mit den Kolleginnen auswerten und besprechen.“

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