Gedenkstätte Ahlem: Vier kleine Kiesel

13. September 2017 @ 0 Kommentare

Als Kind im Konzentrationslager Bergen-Belsen überlebt Marion Blumenthal durch ein selbst erdachtes Spiel, das sie zu einem Ritual macht: Jeden Tag sucht sie vier gleiche Kieselsteine, die ihre Familie repräsentieren. Die erfolgreiche Suche soll das Überleben garantieren. Am 24. April 1945 wird die Familie von der Roten Armee befreit. Unter dem Titel „Four Perfect Pebbles“ (deutsch: Vier kleine Kiesel) erscheint 1996 ihre Biografie. In der Gedenkstätte Ahlem erzählt Marion Blumenthal Lazan am Sonntag, 17. September, 15 Uhr, ihre bewegende Geschichte und beantwortet Fragen aus dem Publikum.

Mit den Kieselsteinen überlebte Marion Blumenthal den Terror – Foto: Marion Blumenthal © privat

Die Familie Blumenthal stammt aus Hoya an der Weser und betrieb dort ein angesehenes Schuhgeschäft. Vater Walter war nach seinem Einsatz im Ersten Weltkrieg mit dem Eisernen Kreuz geehrt worden, mit seiner Frau Ruth und den Kindern Albert und Marion lebt er bis 1935 ein unbeschwertes Leben in Hoya. Die Nürnberger Gesetze und die Reichspogromnacht verändern das Leben der Familie Blumenthal massiv. Marion überlebt die Schrecken des Konzentrationslagers Bergen-Belsen. Am 24. April 1945 wird die Familie nach einer Odyssee aus einem Zug bei Tröbitz befreit. Der Vater Walter stirbt wenig später an den Folgen der Verfolgung. Marion wandert mit ihrer Mutter und ihrem Bruder in die USA aus.

Marion Blumenthal Lazan reist durch die ganze Welt und berichtet vor allem jungen Menschen von ihren Erlebnissen. Ihre Heimatstadt Hoya hat eine Schule nach ihr benannt. Anfang des Jahres veröffentlichte die Stiftung niedersächsische Gedenkstätten ihre Biografie als Schulbuchedition.

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