Güter vom LKW aufs Gleis bringen: Coaching zum Schienengüterverkehr

13. September 2017 @ 0 Kommentare

Besserer Zugang zur Schiene und zum kombinierten Verkehr: Ein neues Beratungsangebot der Region Hannover richtet sich an Unternehmen, die Unterstützung beim Umstieg vom Lastwagen auf die Schiene benötigen. Dafür steht mit Dr. Bernd Seidel von der Firma ConTrack ab sofort ein Coach bereit, der interessierte Unternehmen kostenlos rund um das Thema Schienengüterverkehr berät. Das Angebot wird von der Region Hannover sowie vom Land Niedersachsen aus EU-Mitteln finanziert. Weitere Partner sind die Städtischen Häfen Hannover, die Industrie- und Handelskammer Hannover und der Gesamtverband Verkehrsgewerbe Niedersachsen.

Berät Unternehmen aus der verladenden Wirtschaft: Dr. Bernd Seidel fungiert als „Coach für den Schienengüterverkehr“ – Foto: Region Hannover

Ziel der Beratung ist es, den Anteil des Schienengüterverkehrs im „Modal Split“ des Gesamtgüterverkehrs zu steigern – nicht zuletzt der Umwelt zuliebe. „Indem wir den Güterverkehr vom Fahrzeug auf die Schiene verlagern, entlasten wir den Straßenverkehr und reduzieren CO2-Emissionen – ein Gewinn für das Klima und für die Infrastruktur in der Region Hannover“, sagt Ulf-Birger Franz, Wirtschafts- und Verkehrsdezernent der Region Hannover. Der Straßenverkehr ist für etwa 20 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich, davon entfällt etwa ein Viertel auf den Lastwagen-Güterverkehr. Durch einen Ausbau des Schienengüterverkehrs verspricht sich die Region CO2-Einsparungen in Höhe von bis zu 44 000 Tonnen pro Jahr.

„Ob mit oder ohne eigenes Gleis: Das Beratungsangebot versteht sich als Hilfe zur Selbsthilfe“, erklärt Dr. Seidel. Er berät sowohl die insgesamt 30 Unternehmen in der Region Hannover, die bereits über einen Gleisanschluss verfügen und Unterstützung bei der Unterhaltung oder Erweiterung ihrer Infrastruktur benötigen oder den Anschluss für Dritte zur Verfügung stellen möchten. Auch Unternehmen ohne Gleisanschluss können sich beraten lassen, wenn sie die Schiene als Verkehrsträger nutzen wollen – sei es durch Errichtung eines eigenen Schienenzugangs oder durch Nutzung öffentlicher Ladestellen oder des kombinierten Verkehrs.

Inhalt der Beratung vor Ort ist es, den Unternehmen zu zeigen, welche infrastrukturen Zugang zum Verkehrsträger Schiene in der Region Hannover ermöglichen oder hierfür geschaffen werden können, welche Logistikdienstleister im Schienengüterverkehr tätig sind und den Vor- und Nachlauf im kombinierten Verkehr organisieren und welche Fördermittel man für den Wechsel von der Straße auf die Schiene beantragen kann.

Die noch vorhandenen 41 Gleisanschlüsse in der Region Hannover sollen erhalten und das Angebot im kombinierten Verkehr ausgebaut werden. Hier bestehen vor allem durch die Inbetriebnahme des Megahubs in Lehrte 2018/2019, die Verkehrsverbindung zwischen Hannover und Nürnberg sowie mögliche neue Verbindungen zwischen Hannover und Warschau größere Wachstumspotenziale.

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