Gefährdet Pferdemist die Existenz von Reiterhöfen und belastet Reiter?

5. September 2017 @ 0 Kommentare

Der Erlass der Ministerien für Umwelt und Landwirtschaft, die Anforderungen an die Zwischenlagerung von Stallmist auf landwirtschaftlich genutzten Flächen neu zu ordnen, ist schlecht für Reiter und Landwirte. Dieser Erlass gefährdet die Existenz vieler Pferdehöfe und bringt große finanzielle Belastungen für die Pferdehalter mit sich, meint der Regionsabgeordnete Oliver Brandt (CDU).

Oliver Brandt (re.) und Christoph Konerding auf dem Reiterhof – Foto: O. Brandt

Ab dem 1. Januar 2020 müssen danach Lagereinrichtungen auch für Pferdemist gebaut werden, so der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Burgdorfer Abgeordnete. Dies stelle nach seinen Berechnungen viele Betriebe und Vereine vor große finanzielle Probleme. Die Errichtung solcher Lager unterliegt zunächst stets dem Baurecht. So wird es einigen Pferdehaltern nicht möglich sein, solch ein Lager zu errichten. Auf andere kommen hohe Investitionen zu, die oft nicht zu bewältigen sein dürften. Die Betreiber von Pferdeställen werden zudem ihre Kosten an die Nutzer weiterreichen. Das bedeutet, dass Einstellplätze deutlich teurer werden müssen und Vereinsbeiträge steigen werden.

Bei dreißig Pferden, so hat Brandt mit der Landwirtschaftkammer errechnen lassen, ergibt sich im Mittel ein Investitionsbedarf von etwa 4233 Euro pro Pferd bei durchschnittlichen Baukosten von 127 000 Euro für die Lagereinrichtung. Für die Nutzungsdauer einer solchen Anlage von zehn Jahren bedeutet dies zusätzliche Haltungskosten von rund 35 Euro pro Monat. „Diese Berechnung beinhaltet noch keinen Zinsansatz für die Investition“, so Brandt.

Die meisten Pferdehalter sind mangels eigener landwirtschaftlichen Flächen außerdem auf eine Kooperation mit landwirtschaftlichen Betrieben angewiesen. Die Pferdehalter beziehen Stroh und im Gegenzug geben sie ihren Stallmist zurück. „Jedoch schrecken aufgrund des Erlasses zur Lagerung von Stallmist und der in Kraft getretenen Düngeverordnung nun viele Landwirte vor dieser Kooperation zurück, da sie Strafen befürchten müssen“, erläutert Landwirt Christoph Konerding, der auch eine Pferdepension betreibt.

„Die Region Hannover ist eine Pferderegion. Das muss so bleiben! Der Pferdesport ist nicht nur in den Bereichen Zucht und Freizeit ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sondern ein wichtiges Aushängeschild der Region Hannover“, betont Brandt. Die Unverhältnismäßigkeit dieses Erlasses bedroht seiner Ansicht nach aber nicht nur einen bedeutsamen Wirtschaftsfaktor, sondern auch Ehrenamt und Jugendarbeit in den Vereinen und Reiterhöfen. Deshalb hat der Abgeordnete jetzt eine umfangreiche Anfrage zu diesem Thema und zum geplanten Vorgehen an die Verwaltung der Region Hannover gestellt, um Details der beabsichtigten praktischen Umsetzung in der Region zu erfahren.

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