CDU/FDP-Politiker besuchen Turnhalle Feldstraße

6. August 2017 @ 0 Kommentare

Die Mitglieder der CDU/FDP-Gruppe im Stadtrat Sehnde sind auf ihrer Sommertour in die Halle Feldstraße gekommen, um sich für die anstehenden Entscheidungen über die Sportstätten der KGS über deren Zustand zu informieren. Dabei zeigten sich die Besucher, die vom Sehnder Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke, der Ersten Stadträtin Bettina Conrady und dem Fachdienstleiter Schule, Sport und Kultur Wolfgang Bruns begleitet wurden, erschüttert über die Schäden und den Gesamtzustand des 45 Jahre alten Gebäudeteils, der Halle I. Ins Gesamtbild passte dabei, dass die zwei Fluchttüren entweder verrammelt oder ohne Funktion waren. Dafür lief die Heizung im Hochsommer stabil. Die Entscheidung, die ansteht, heißt Abriss oder Grundsanierung – und dazu wollten sich die Politiker ein Bild machen.

Ein unappetitlicher fester Fleck präsentierte sich den Besuchern in der Halle – Foto: JPH

Nach einer kurzen geschichtlichen Einweisung am Objekt durch den Bürgermeister betraten die 16 Teilnehmer die Halle an der Feldstraße und wurden vom Vorsitzenden des Stadtsportrings und TVE-Vorsitzenden Ralf Marotzke, der zugleich Ratsvorsitzender ist, zunächst in den 45 Jahre alten Bau der Halle I geführt. Schon auf dem Weg dorthin zeigten sich die erheblichen Schäden und Mängel, wobei abgeplatzter Putz noch das geringste Übel war. Muffige kleine Umkleidekabinen, schwer beschädigte Waschräume und undichte Oberlichter und Fenster begleiteten die Gäste in die Halle. Die Sanitäranlagen strömten nicht nur den Charme und den Zustand der 70er Jahre aus, sondern waren wohl auch noch von damals. Allein die Duschräume machten einen modernen Eindruck, da sie offensichtlich bereits mal saniert worden waren.

In der Halle selbst zeigte sich sofort ein riesiger schwarzer Fleck auf der Spielfläche, der aus einer undefinierbaren Substanz bestand. „Undichtes Dach“, so lautete die Erklärung, denn vorgestern war wieder ein Wassereinbruch über das marode Flachdach entdeckt worden. Die Westfenster der Halle waren nicht nur undicht, durch sie lief auch Wasser und schwarze Flüssigkeit die Fläche herunter. „Im Winter geht hier die Heizleistung wieder raus. Dann sind im Durchschnitt nur 16 Grad Celsius hier“, erläuterte Bruns in der Halle. „Das mag für Freizeitsportler noch gehen, aber Lehrer sind teilweise den ganzen Unterrichtstag hier und da macht sich das bemerkbar.“

Notausgang zu – zwei Balken sichern die Tür gegen Öffnen – Foto: JPH

Bestürzt waren die Besucher dann vom Zustand der Notausgänge. Die Holztür im Süden war nicht nur undicht, sie ließ sich auch nicht mehr schließen – und war deshalb mit zwei massiven angeschraubten Holzbalken gegen Öffnen gesichert: Notausgang zu! An der gegenüberliegenden Seite, unter der Tribüne, ließ sich der zweite Notausgang während des Besuches auch nicht öffnen – Zu! Das, so sagte der Bürgermeister, werde man umgehend prüfen, denn das hätte die Schließung der Halle für den Sportbetrieb zur Folge. Dafür lief die Heizung unter der Tribüne, obwohl noch Schulferien waren, und ließ sich nicht regulieren. Das Problem der Fluchttüren wurde am nächsten Morgen umgehend geklärt. Die Tribünentür war repariert worden, so die Buchlage, und Mitarbeiter der Stadt prüften daraufhin den Ausgang nochmals – und nach Umlegen eines Hebels öffnete die Tür vorschriftsmäßig. Die Holztür sollte auch eigentlich bereits in den Ferien erneuert werden, doch bekommt der Handwerker die Tür mit Sondermaß erst kommende Woche. „Bis dahin“, so der Bürgermeister am nächsten Tag, „wird nur ein Feld der Halle genutzt. Dasjenige an der Tribüne liegt in der Nähe des funktionierenden Notausgangs. Die Schule und die Vereine werden informiert.“ Eine Erklärung für die zahlreichen Fehlversuche am Vortag waren technisch nicht mehr möglich.

„Rund 1,3 Millionen Euro waren für die Sanierung der Halle bereits eingeplant“, so Bruns, „doch dann kam der Brand der Halle Waldstraße. Das stoppte alles und nun muss über ein Gesamtkonzept nachgedacht werden.“ Das wird durch den Rat in den kommenden Monaten erarbeitet werden müssen – drei Vorschläge liegen auf dem Tisch, alle aber nicht billig.

Auch an den Fenstern läuft die braune Brühe runter – Foto: JPH

„Wir müssen was tun, das ist klar ersichtlich“, so Sepher Sadar Amiri, der selbst an der KGS gewesen ist. „Angefangen vom Schulsport bis zu den Vereinen müssen wir allem gerecht werden. Und für die Lehrer ist das ein Arbeitsplatz. Deshalb die Bestandsaufnahme, aber eine Position für oder gegen eine Lösung wollen wir nicht jetzt finden.“ Dem schloss sich auch Klaus Hoffmann an, Sprecher der Gruppe aus CDU und FDP: „Der Besuch ist Teil unserer Entscheidungsfindung dafür, was gebaut wird. Maßgeblich sind aber Zweck, Sinn und Kosten der Neubaumaßnahmen. Das wollten wir nicht nur im Ratssaal diskutieren, sondern hier eine Basis für unsere Entscheidung legen.“ Das Gruppenmitglied der FDP, Jonas Renz, meinte zur Halle: „Der wesentliche Zustand ist ‚marode‘, so dass mittelfristig eine Lösung her muss. Aber Abriss oder Sanierung sind eine Preisfrage und vom Budget abhängig.“ Die Halle II, Anbau vom November 2008 soll aber nach den ersten Absichten erhalten bleiben. Sie ist in gutem Zustand.

Am kommenden Freitag setzt die CDU/FDP-Gruppe ihre Sommertour fort.

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