Binni Wildbiene zieht ins Hotel

12. Juli 2017 @ 0 Kommentare

Biene Maja und Drohne Willi sind vielen Kindern noch bestens bekannt – aber kennen sie auch Binni Wildbiene und Jussi, den Falken? Wenn ja, dann kommen sie sicher aus Wassel, denn dort wohnen die beiden und sind inzwischen dicke Freunde. Während sich Jussi um den Falkenpfad kümmert, zieht Binni jetzt ins Hotel. Das steht gleich neben dem Spielplatz am Feuerwehrhaus von Wassel und kann von allen Bürgern besucht werden. Einziehen kann dort aber nur Binni mit ihren Kolleginnen. Und darauf hoffen jetzt ganz viele Kinder im Ort.

Erst gab es die Theorie, dann wurde von der Gruppe für die Bienen gebaut – Foto: JPH

Im Rahmen des Sehnder Ferienpasses haben gestern 13 Kinder auf dem Hof von Ortsbürgermeisterin Almuth Gellermann mit viel Material das neue Insektenhotel an der Große Kampstraße für die Zielgruppe Wildbienen beziehbar gemacht. Gespendet hatte dafür die Sparkasse Hannover, die den Neubau so finanziell förderte. Vorher hatten die Initiatoren um Erika Nowak und Gellermann den Rahmen des Hotels bereits mit Hilfe von drei Handwerkern am Spielplatz aufgestellt,  und die Kinder bekamen von Nowak vor dem Baustart auf dem Hof erst einmal eine Einweisung in das Leben und Wirken der Wildbienen. Auf dem Tisch lagen schon viele Einzelteile bereit, die durch die Kinder dann im Hotel verbaut werden sollten: Ziegelsteine mit Löchern, hohle Schilfrohre verschiedener Stärken, Holzbalken mit Bohrungen und leere Konservendosen. „Ich finde das Projekt interessant“, sagte Heike Friehe aus Rethmar, die ihr Kind zu dieser Ferienpassaktion nach Wassel gebracht hatte. „Wir haben zuhause auch ein Insektenhotel – und so kann man den Kindern außerdem gut die Natur nahe bringen. Wir sind in Rethmar ja auch landwirtschaftlich tätig.“

Der Rohbau stand schon, die Kinder waren die Innenarchitekten – Foto: JPH

Die Kinder wussten bereits eine ganze Menge über Insekten, Hummeln, Schwebfliegen und Wildbienen, nun erfuhren sie auch, wie die verschiedenen Arten der Tiere ihre Einer in die Röhren legen – und weshalb es Röhren unterschiedlichen Durchmessers gab. „In jedes Abteil in der Röhre, die sich die Biene ausgesucht hat, kommen Pollen und ein Ei“, so Nowak. „Der Pollen ist die Nahrung für die Larven. Der Nektar, den die Honigbienen sammeln, ist für die Wildbienen dagegen das Flugbenzin.“ Deshalb sind sie Einzelgänger und leben nicht in Staaten und Völkern. Wie viele Apartments eine Wildbiene in einem Rohr anlegt, entscheidet sie übrigens ganz allein.

Nach der Einweisung ging es mit viel Enthusiasmus an die Innenausstattung des neuen Hotels an der Straße, das nun auf seine ersten Gäste wartet. Nach einem Eintrag dieser neuen Unterkunft in Wassel im Internet wird man allerdings vergeblich suchen – schließlich darf dort nur Binni einziehen. Und ganz sicher ist auch: Die „Bauherren“ werden darauf ab jetzt einen wachsamen Blick haben.

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