Stadtfeuerwehrtag 2017 in Sehnde

21. April 2017 @

Beim diesjährigen Stadtfeuerwehrtag am Sonntag, 2. April, war gute Laune angesagt, denn die Stadt Sehnde übergab offiziell den neuen Gerätewagen dort an die Ortsfeuerwehr Höver. Stadtbrandmeister Jochen Köpfer begrüßte zahlreiche Vertreter aus Politik, Verwaltung und der Feuerwehrführung. In der Mensa, der KGS Sehnde stellten die Funktionsträger der Stadtfeuerwehr Sehnde danach ihre Jahresberichte für 2016 vor. Für die musikalische Unterhaltung sorgte der Feuerwehrmusikzug Evern mit seinen Musikdarbietungen.

Die Beförderten und geehrten Feuerwehrkameraden vom Stadtfeuerwehrtag – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

In seinem Jahresbericht stellte Köpfer die Mitgliederzahlen der 13 Ortsfeuerwehren vor. Danach sind zurzeit 547 Mitglieder in Sehnde aktiv, davon 65 weibliche Feuerwehrleute. Die Einsätze haben in der Stadt Sehnde ein Rekordhoch wie noch nie zuvor erreicht. Das hohe Einsatzaufkommen hing unter anderem mit den Witterungsbedingungen zusammen, da bei Sturm und sintflutartigem Regen immer die komplette Stadtfeuerwehr Sehnde zur örtlichen Hilfeleistung angefordert wird.

Der bislang anspruchsvollste Einsatz war für die Stadtfeuerwehr Sehnde der Brand der Turnhalle in der Waldstraße am 22. Juni 2016 . Die Feuerwehren Sehnde, Lehrte und Hannover waren etliche Stunden mit einer Vielzahl an Einsatzkräften, zahlreichen Einsatzfahrzeugen und zwei Drehleitern, sowie einer Gelenkmastbühne vor Ort mit dem Löschen beschäftigt. Das Waldbad wurde sogar gesperrt, um aus dem Schwimmbecken ausreichend Löschwasser für die Einsatzstelle zu beziehen. Noch Tage später musste die Ortsfeuerwehr Sehnde immer wieder am Gebäude anrücken, um Glutnester in der Trümmerlandschaft  abzulöschen.

Eine spektakuläre Tierrettung aus dem Mittellandkanal bei Höver rundete das Einsatzgeschehen im Stadtgebiet in all ihren Tätigkeiten ab. Zu insgesamt 293 Einsätzen waren die Feuerwehren 2016 gerufen worden; im Jahr 2015 waren es noch 220 Einsätze gewesen.

Dennoch gab es auch einige kritische Worte des Stadtbrandmeisters bezüglich des immer noch nicht zur Verfügung stehenden Digitalfunks. Zwar können seit Anfang des Jahres Digitalfunkgeräte beschafft werden und man könnte damit auch untereinander sprechen, aber die Leitstelle ist mit Digitalfunk nicht erreichbar, so dass die alten Analogfunkgeräte immer noch gebraucht werden. Daher mussten für die drei neuen Fahrzeuge, die in den zurückliegenden sechs Monaten ausgeliefert wurden, ebenso wie bei den vier Fahrzeugen, die in diesem Jahr noch folgen werden, noch einmal neue Analogfunkgeräte eingebaut werden. Denn die vorhandenen Analogfunkgeräte sind bereits so alt, dass sie nicht mehr eingebaut werden dürfen – eine eigentlich nutzlose Anschaffung für wenige Jahre. Gleichzeitig wurden die neuen Fahrzeuge bereits für den Digitalfunk vorbereitet. Hätte die Region Hannover das digitale Funknetz mit dem analogen Funknetz verbunden, wie es in allen anderen Landkreisen in der Einführungsphase Standard war, hätte man unnötige Ausgaben bei neuen Fahrzeugen in den Kommunen vermeiden können. Jetzt müssen nach wie vor zusätzlich Analogfunkgeräte gekauft und später der aufwändige Umbau bezahlt werden. Den Kommunen entstehen hierbei vermeidbare Kosten, weil die Region gängige und bewährte Technik nicht einsetzen will – aber der Steuerzahler hat’s ja.

Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke überbrachte dann die Grüße von Rat und Verwaltung. Er ging auf einige Einsätze, wie den Turnhallenbrand in Sehnde, ein. Positives könnte er vom erst kürzlich aufgestellten Haushaltsplan berichten. Die Planungskosten für die Erweiterungsbauten Höver und Sehnde sind eingestellt. Auch die Einsatzbekleidung soll nun auf einen Schlag beschafft werden und nicht über mehrere Jahre verteilt. Zudem sind drei neue Fahrzeuge und ein Hubrettungsfahrzeug eingeplant. In Haimar hat es einen Standortbeschluss zum neuen Feuerwehrhaus gegeben.

Das neue ABC-Fahrzeug ersetzt den alten Transit und gehört zum ABC Zug Region Ost – Foto: Stadtfeuerwehr Sehnde

Stadtausbildungsleiter Ralph Spannknebel berichtete aus dem Ausbildungswesen der Stadtfeuerwehr, dass die Mitglieder an 79 Lehrgängen teilnahmen. Die Truppmannausbildung 1 konnten 21 Mitglieder erfolgreich abschließen. Im zweiten Abschnitt sind derzeit 50 Mitglieder in der Ausbildung. Im Stadtgebiet stehen 167 ausgebildete Atemschutzgeräteträger zur Verfügung. An der Feuerwehrtechnischen Zentrale wurden zwölf Lehrgänge für Atemschutzgeräteträger erfolgreich absolviert.

Stadtjugendwart Carsten Ude wartete auch mit erstaunlichen Zahlen für die Zuhörer auf. So hat der Nachwuchsbereich in der Stadtjugendfeuerwehr 158 Mitglieder, davon 64 Mädchen. Es wurden 653 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung sowie 782 Stunden Jugendarbeit geleistet. Für Fortbildung, Sitzungen und Vor- und Nachbereitungen haben die Jugendfeuerwehrwarte mit Betreuern insgesamt 2447 Stunden aufgebracht. Das Stadtzeltlager war wieder ein voller Erfolg – mit 125 Teilnehmern war es das bisher Größte der Stadtjugendfeuerwehr.

Die neun Kinderfeuerwehren in der Stadt Sehnde verfügen über 117 Mitglieder, davon 46 Mädchen, die an der Sommer und Winterolympiade begeistert teilnahmen. Auf dem Bergfest war man mit einer Abordnung dabei, aber aufgrund der Witterungsverhältnisse wurden nicht alle Spiele angeboten.

Im Jahresbericht des Stadtsicherheitsbeauftragten waren drei Dienstunfälle verzeichnet. Allerdings hat das Zeltlager der Stadtjugendfeuerwehr dazu beigetragen, dass 44 Meldebögen wegen Zeckenbissen ausgefüllt werden mussten. Beim Brand der Turnhalle mussten dann zwei Mitglieder mit Kreislaufproblemen vom Rettungsdienst behandelt werden.

Der Feuerwehrpressesprecher Karsten Gurkasch stellte den beschafften Messestand für die Imagekampagne der Feuerwehren zur Mitgliederwerbung vor. Das Bergfest war eine Herausforderung auch für die Öffentlichkeitsarbeit gewesen. Kleinere Veranstaltung hatte man bereits 2016 in Sehnde auf dem Marktplatz und in Rethmar beim Tag der offenen Tür erfolgreich gemeistert. Das Konzept, das erarbeitet worden war, hat sich als vorteilhaft herausgestellt und sollte erst einmal fortgeführt werden.

Eine neue Drehleiter ist auch geplant – Foto: JPH

Im Anschluss an die Berichte beförderte Stadtbrandmeister Jochen Köpfer die Feuerwehrkameraden Rene Isler und Nico Lobenstein, beide Ortsfeuerwehr Sehnde, zum Feuerwehrmann; Carsten Scholz aus Bilm wurde Oberfeuerwehrmann. Daniel Gründer, der zum stellvertretenden Ortsbrandmeister in Ilten ernannt wurde, bekam den Dienstgrad Löschmeister. Lars Friedrich (OF Sehnde), Thomas Meine (OF Müllingen-Wirringen), Ralph Spannknebel (OF Müllingen-Wirringen) und Andreas Zschoch (OF Sehnde) sind nun Oberlöschmeister. Chris Rühmkorff (OF Wassel) und Fabian Lehrke (OF Sehnde) wurden zum Hauptlöschmeister befördert.

Für 25-jährige Dienste im Feuerwehrlöschwesen erhielt außerdem Lars Friedrich aus Sehnde eine Ehrung.

Dann folgte die Übergabe des Gerätewagen Messtechnik an die Ortsfeuerwehr Höver durch Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke und Stadtbrandmeister Jochen Köpfer. Im Bestand des Feuerwehrbedarfsplan wurde festgelegt, dass ein neuer Gerätewagen Messtechnik beschafft werden sollte. Das vorherige Fahrzeug war bereits 32 Jahre alt, und die Ersatzteilbeschaffung schon nicht mehr gewährleistet. Für den neuen Gerätewagen Messtechnik wurden 55 000 Euro ausgegeben, die Ausrüstung konnte weitgehend weiter genutzt werden. Das Fahrzeug ist nun auch Bestandteil des ABC Zugs Region Hannover Ost. Sein Leistungsverzeichnis war zuvor eng mit der Ortsfeuerwehr Höver und anderen Gremien abgestimmt worden, so dass der neue GW-Mess nun wieder für längere Zeit auf der Höhe der Zeit ist.

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