Wolf bei Ingeln und Müllingen gesichtet

19. April 2017 @ 0 Kommentare

Heinz-Hermann Nolle, engagiertes Mitglied im Nabu und der Gesellschaft zum Schutz der Wölfe, hatte am Montag gegen 16.50 Uhr erfahren, dass sich auf der Landstraße zwischen Laatzen/Ingeln ein Wolf befand, der ohne Scheu vor Autos in Richtung Müllingen lief. Dieser Sichtung ging Nolle umgehend nach und sprach am Ortseingang mit mehreren seriösen Zeugen. „Sie hatten den Wolf gesehen. Der sollte nun entlang der A 7 in Richtung Norden weitergelaufen sein“, so Nolle. „Ich fuhr nun zusammen mit meinem Sohn auf der Kreisstraße von Müllingen Richtung B 443. Die Kreisstraße verläuft parallel zur A 7 und führt im weiteren Verlauf durch ein größeres Waldgebiet.“

Der Wolf zeigte sich entspannt und ohne ein Anzeichen von Aggressivität. Nichts deutete aber darauf hin, dass er möglicherweise krank war – Foto: Thomas Nolle

Nolle und sein Sohn suchten dann nach dem Tier und kreuzten dabei einen kleinen Bachlauf, den Bruchriedegraben. Aus der Entfernung sichtbar war dort die Bewegung eines größeren Lebewesens im Schilf des Grabens. Das Tier verließ den Schilfgürtel und trottete am Graben entlang in Nolles Richtung, also zur Fahrbahn hin. Die Entfernung zum Tier betrug zirka 20 Meter. „Für mich, der sich seit Jahren mit Wölfen befasst, bestand kein Zweifel: Es handelt sich um einen Wolf. Ich denke, das Tier ist nicht älter als eineinhalb Jahre. Ich kann nicht sagen, ob männlich oder weiblich. Es war auch nicht besendert“, so schildert Nolle die weitere Begegnung.

Der Wolf trottete dann ohne Scheu und ohne Rücksicht auf den Straßenverkehr auf der Kreisstraße zunächst in Richtung Wald. Als Nolles Sohn ausstieg und den Wolf anschrie und in die Hände klatschte, reagierte das Tier durch kurze Flucht. Er  verließ die Straße und lief gemächlich über das Feld Richtung Wald. Dabei schaute er sich mehrmals um und verschwand dann im Unterholz. Den letzten Ort der Sichtung vor dem Verschwinden im Wald hält Nolle bewusst geheim, damit dem Tier nicht unnötig nachgestellt und es beunruhigt wird. Die letzte Sichtung erfolgte dabei um 17.20 Uhr. „Neben sachlichen Beiträgen in den sozialen Medien wurde auch leider wieder Stimmung gegen den Wolf gemacht“, bedauert Nolle, der die Tiere zu Recht für eine Bereicherung unserer Natur hält.

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