„Im Kopf fällt die Latte nicht“

4. April 2017 @ 0 Kommentare

Die frühere Weltklasse-Hochspringerin Heike Henkel hat zum Auftakt der Veranstaltungsreihe „Auf dem Sprung nach oben“ über ihre Techniken zur Selbstmotivation berichtet. An der gemeinsamen Veranstaltung von Regionssportbund (RSB) Hannover und LandesSportBund (LSB) Niedersachsen nahmen rund 70 Zuhörinnen und Zuhörer in der Akademie des Sports teil.

Marlies Rhode-Löschner (LSB-Team Grundsatzfragen), Dr. Angela Daalmann (Leiterin LSB-Team Grundsatzfragen), Heike Henkel, Reinhard Rawe (LSB-Vorstandsvorsitzender), Ela Windels (LSB-Referentin für Gleichstellung), Dagmar Ernst (2. Stellv. RSB-Vorsitzende) und Luise Zobel (RSB-Sachbearbeiterin) (v.li.). Im Hintergrund markiert: 2,07 Meter – Heike Henkels bester Hochsprung. – Foto: Tobias Fricke

Heike Henkels Karriere ist mit Highlights gespickt: Europameisterin 1990, Weltmeisterin 1991, Olympiasiegerin 1992, Weltrekord-Halterin mit übersprungenen 2,07 Metern in der Halle bis 2006. „Was vielleicht wenige wissen, ist, dass über die Hälfte meiner weit über 200 Wettkämpfe nicht so gelaufen sind, wie ich es mir erhofft hatte“, erklärte die heutige Mentaltrainerin. Wie aber mit Niederlagen – wie dem Scheitern in der Qualifikation bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul – umgehen? Henkel schilderte ihr Erfolgsrezept, ein Cocktail von sieben Erfolgsfaktoren für Motivation: Mit Mut, Spaß, Engagement, Zielen, Vorbildern, positiven Bildern und Flexibilität sei es ihr gelungen, auch sportliche Niederlagen schnell abzuhaken und neue Herausforderungen mit Elan anzugehen.

Dabei halfen ihr zum Beispiel positive Bilder, die sie sich in Stresssituationen, wie bei der Angst vorm Scheitern im Wettbewerb in Erinnerung rief. „Ich habe mir das Überspringen von bestimmten Höhen bereits im Vorfeld immer wieder vorgestellt und da hat es natürlich geklappt: Im Kopf fällt die Latte nicht – und dann lässt sich das auch leichter in der Realität umsetzen“, sagte die gebürtige Kielerin. Das helfe auch in Phasen, in denen die Motivation wegen der Eintönigkeit der Aufgabe sinke: „Wenn mir die Hantel zu schwer wurde, habe ich mich immer daran erinnert, dass ich durch dieses Training höher springen werden würde. Da war die Hantel plötzlich leichter.“ Diese und andere Methoden aus dem Sportmentalbereich seien in anderen Bereichen des Lebens anwendbar. „Selbstgespräche helfen mir beispielsweise auch vor dem Supermarktregal“, sagte Henkel: „Die ordnen das Gehirn.“

Heike Henkel in Aktion – Foto: Tobias Fricke

Die Teilnehmer, Haupt- und Ehrenamtliche aus dem Sport sowie auch Vertreter aus der Wirtschaft, konnten diese Techniken in Praxisphasen erproben. So bauten sie Stress mit Luftballon-Aufpusten ab und erprobten die Wirkung von Zielvorgaben beim Zählen von Erdnüssen.

Begrüßt wurde Heike Henkel von der 2. Stellvertretenden Vorsitzenden des RSB Hannover, Dagmar Ernst, und dem LSB-Vorstandsvorsitzenden Reinhard Rawe. Unter der Leitlinie „Von erfolgreichen Frauen lernen“ möchten die Veranstalter mit der Veranstaltung mehr Frauen für Führungsaufgaben im Sport(verein) gewinnen. Auf Einladung des LSB gastiert Heike Henkel bis November 2017 in neun weiteren Städten in Niedersachsen mit ihrem Programm.
Weitere Informationen gibt es im Internet.

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