SPD Sehnde ehrt verdiente Mitglieder – Schulz-Effekt auch hier

14. März 2017 @ 0 Kommentare

Zu einer besonderen Versammlung traf sich die SPD Sehnde Mitte am Sonntag im Apart Hotel in Sehnde. Dort waren 22 Mitglieder versammelt, als die Vorsitzende Andrea Gaedecke die Mitglieder begrüßte. Auch die Landtagsabgeordnete Dr. Silke Lesemann, zugleich SPD Stadtverbandsvorsitzende, und der Bundestagsabgeordnete Dr. Matthias Miersch, der auch Unterbezirksvorsitzender ist, waren zwar als besondere Gäste mit dabei, doch die Hauptpersonen waren die sechs Jubilare an diesem Tag.

Matthias Miersch (mi.) übergibt mit Silke Lesemann (2.v..re.) die Parteibücher an Iris (li.) und Jan Krumlin (re.) – Foto: JPH

Dr. Miersch wies in seiner Einleitung darauf hin, dass  politisches Engagement heute wichtiger sei denn je, da vieles in Bewegung ist und die Orientierung auf die westlichen Grundwerte extrem wichtig ist. Die Freiheiten müsse man sich jeden Tag neu erstreiten und verteidigen. „Das Frauenwahlrecht besteht erst rund 100 Jahre – und das ist noch nicht lange her“, sgate er in Richtung auch auf den Internationalen Frauentag.

Zudem wies er auf den Zuwachs der SPD in den Wahlprognosen für die kommenden Abstimmungen hin, bei denen die Partei von 20 Prozent um 12 bis 13 Prozent angestiegen sei. „Die Gesellschaft lebt davon, dass Solidarität zu den sozial Schwächeren besteht“, führte er aus und nannte damit auch den Schwerpunkt von Martin Schulz. Dass der „Schulz-Effekt“ nun auch in Sehnde angekommen ist, bewies die erste Handlung dieser Feier. Aus der Hand des Bundestagsabgeordneten und von Gaedecke erhielten zunächst die beiden neuen Mitglieder, Iris und Jan Krumlin, ihre Parteibücher. „Die Partei lebt von Mitgliedern, und es ist richtig, sich jetzt einzubringen“, so Miersch bei der Übergabe.

Danach übergab er die Ehrungen für 40-jährige Parteizugehörigkeit an Gerda Thoelke, Annegret Huch und Birgit Luck. Thoelke ist am 1. August 1976 in die Partei eingetreten. Sie war damals AWO-Mitglied geworden und der Sehnder Bürgermeister Willi Schaper überzeugte sie, in die Partei einzutreten. Dabei traf sie 1976 auch Willy Brandt, der sie als neue SPD-Mitglied begrüßte. Ihr Schwerpunkt war die Einrichtung der AWO-Begegnungsstätte, die sie mit Parteiunterstützung schaffte. 2004 erhielt sie zudem das Bundesverdienstkreuz.

Miersch (mi.) übergibt die Ehrungen an Gerda Thoelke (li.) und Annegret Huch (re.) – Foto: JPH

Huch ist ebenfalls seit 1976 Parteiangehörige. Sie kam über den Arbeitskreis Sozialdemokratischer Frauen (AsF) zur SPD, weil ihr das lebendige Parteileben und die Personen gefallen haben. Zunächst war sie in Rethmar, nach 2006 dann in Sehnde. Ihr Beruf als Krankenschwester im Schichtdienst und die Erziehung von drei Kinder machten ein Engagement über die AsF hinaus unmöglich – aber ihr lag eine finanzielle Unabhängigkeit der Frauen auch im Hinblick auf eine gute Rente immer am Herzen.

Birgit Luck war den Worten Miersch zufolge bereits „vorbelastet“: Ihr Großvater war SPD-Mitglied und ihr Vater war Gewerkschaftsmitglied und stand der SPD nahe. Auch ihr Mann gehört der SPD an.  2007 zog sie mit Familie nach Sehnde, wurde 2008 stellvertretende AsF-Vorsitzende und ist derzeit die Sprecherin. Zudem leitet sie seit Herbst 2009 den Frauenarbeitskreis der Volkshochschule. „Ihr spezielles Thema ist dabei die Bundespolitik“, so Miersch, der schon öfter von ihr Post bekommen hat.

50 Jahre ist Reiner Luck bereits in der SPD. Auch er wurde von Bürgermeister Willi Schaper gewonnen als er als Verwaltungspraktikant 1967 bei der Stadtverwaltung war. Er war in Wettbergen im Ortsvorstand bevor er 2007 nach Sehnde kam. Hier übernahm er 2008 den AWO-Vorsitz und gestaltet die Homepage der SPD der Stadt. Seit 2016 sitzt er auch im Beirat des Fördervereins der Ortsfeuerwehr.

Über die Ehrung wegen 60 Jahren Parteizugehörigkeit freuten sich Albrecht Büttner und Manfred Kotter. Büttner, drei Jahre im Kalischacht von Sehnde zur Finanzierung seines Studiums als , denn Bauingenieur arbeitend, hatte keine „typische“ SPD-Karriere, denn sein Vater riet ihm: „Äußere Dich nie politisch!“ Doch er nahm wegen Bekannten wie Peter Jungclaus und Willi Schaper an Juso-Treffen teil und er „durfte“ 1957 in die SPD eintreten. Bis zum Alter von 35 war er dann Juso-Vorsitzender und Unterbezirksvorstandsmitglied. Auch zehn Jahre Ortsrat hat er hinter sich und ist noch heute oft in den Sitzungen dabei.

Die Geehrten Manfred Kotter, Gerda Thoelke, Annegret Huch, Reiner Luck, Albrecht Büttner, Birgit Luck mit Silke Lesemann und Matthias Miersch (v.re.) – Foto: JPH

Manfred Kotter hat einen langen „Parteilebenslauf“. Seit 1957 ist er SPD-Mitglied und ÖTV-Angehöriger. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied im Unterbezirksvorstand seines Wohnortes Wilhelmshaven und 1968 dort stellvertretender Vorsitzender. 1969 erarbeitete er als Delegierter das Godesberger Programm mit und war Kandidat für den niedersächsischen Landtag. 1970 ging er nach Anderten, saß dort 1972 im Gemeinderat und ab 1976 im Ortsrat von Rethmar. 1992 kam er in die SPD Sehnde für die er 2008 den „Mittwochskreis“ gründete und 2010 die Sehnder „AG 60+“ und ihre Boule-Gruppe. Zudem war er von 2010 bis 2013 Sprecher und Mitglied des Sehnder Seniorenbeirats.

Nachdem alle Ausgezeichneten ihr „großes rotes Parteibuch“ und den Blumenstrauß erhalten hatten, setzte man sich zum Grünkohlessen in den Wintergarten des Apart Hotels und blickte gemeinsam auf die vielen Jahre Parteiarbeit zurück.

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