Update 4: Großbrand in Dolgen – Nachlöscharbeiten erforderlich

2. Dezember 2015 @

Seit etwa 17.45 Uhr steht in Dolgen ein Stall in der Fliederstraße in Vollbrand. Rund 135 Feuerwehrleute sind eingesetzt, um der Flammen Herr zu werden. Ein Traktor ist ebenso verbrannt wie mehrere Tiere im Stall durch die Flammen umgekommen sind.

Der Feuerwehr gelang es, das Übergreifen der Flammen auf den linken Teil des Gebäudes zu verhindern - Foto: JPH

Der Feuerwehr gelang es, das Übergreifen der Flammen auf den linken Teil des Gebäudes zu verhindern – Foto: JPH

Der Stall mit Scheune an der Dolgener Fliederstraße ist wohl so gegen 17.30 Uhr in Brand geraten. Daraufhin rief eine Nachbarin, die die Flammen entdeckt hatte, die Feuerwehr. Die Familie auf dem Hof hatte bis dahin von dem Feuer nichts bemerkt, denn die Wohnräume liegen nicht zum Hof hin. Um 17.45 Uhr wurden daraufhin neben der Ortsfeuerwehr Dolgen auch weitere Sehnder Ortsfeuerwehren alarmiert. Schon bei der Anfahrt der Rettungskräfte, die auf Sicht erfolgte, war der Brandort klar auszumachen. Der Zugang zum Stall lag derart ungünstig und wurde zudem von dem brennenden Trecker blockiert, dass die dahinter im Stall unterbrachten 15 Rinder durch die Feuerwehr nicht mehr gerettet werden konnten und den Flammen zum Opfer fielen. Die ersten Einsatzkräfte schafften es gerade noch, vier Tiere in Sicherheit zu bringen, die an anderer Stelle im Stall standen.

In das brennende Gebäude hinein konnten die Feuerwehren zunächst nur von oben löschen - Foto: JPH

In das brennende Gebäude hinein konnten die Feuerwehren zunächst nur von oben löschen – Foto: JPH

„Da ein Betreten des Gebäudes nicht möglich war, wurde zudem die Drehleiter der Feuerwehr aus Hämelerwald nachalarmiert, damit das Feuer von oben zugleich von zwei Seiten bekämpft werden konnte“, sagte Carsten Gurkasch, Stadtfeuerwehrpressesprecher. Außerdem ist die Feuerwehr Mehrum nachalarmiert worden, um gemeinsam mit den Sehndern eine Wasserversorgung vom Mittellandkanal her aufzubauen. „Die Wasserversorgung in Dolgen ist wegen der Überschneidung der Versorgungsgebiete nicht optimal“, erklärte Gurkasch die Problematik vorsichtig. So musste zusätzlich zu den Problemen mit den engen Straßen in Dolgen, die das Manövrieren der Fahrzeuge erschwerte, auch noch eine Zuleitung von rund 800 Metern Länge über die Haimarer und Dolgener Straße zum Kanal hergestellt werden.

Währenddessen hatten die ersten Kräfte vor Ort mit dem verfügbaren Löschwasser mit mehreren Rohren eine Riegelstellung aufgebaut, um die lodernden Flammen gegen das angrenzende weitere Stallgebäude und das Wohnhaus zu bekämpfen. Das brennende Stallgebäude hatte relativ schnell nach Entzündung sein Dach und die aufgesetzte Solaranlage verloren. Die Feuerwehren gingen insgesamt mit 6 C- und zwei B-Rohren gegen die Flammen vor. So konnten die eingesetzten Kräfte verhindern, dass der angebaute Stalltrakt und das verbundene Wohngebäude von den Flammen erreicht wurden. Zugleich wurde das Feuer von den beiden Dreheitern her bekämpft. Gegen 20 Uhr versuchten dann die ersten Kräfte vom Boden aus in die Stallung einzudringen, während parallel über dem angebauten Stalltrakt auf dem Dachboden, wo Heu lagerte, nach eventuellen Brandnestern gesucht wurde.

Der Schlepper ist vollkommen ausgebrannt und blockierte die dahinter liegende Stalltür - Foto: JPH

Der vollkommen ausgebrannte Schlepper blockierte die dahinter liegende Stalltür – Foto: JPH

Über ein Ende des Einsatzes liegen derzeit noch keine Erkenntnisse vor, der Brand war nach Angaben des Pressesprechers um 19.30 Uhr „unter Kontrolle“. Im Einsatz war die Stadtfeuerwehr Sehnde mit der Einsatzleitung Ort (ELO), den Ortsfeuerwehren Dolgen, Haimar, Evern, Rethmar, Klein Lobke, Sehnde, Müllingen-Wirringen, aus der Stadtfeuerwehr Lehrte die Ortsfeuerwehren Hämelerwald und Immensen, aus der Gemeinde Hohenhameln die Ortsfeuerwehr Mehrum mit mehreren Fahrzeugen und 161 Einsatzkräften sowie Polizei, Kriminalpolizei, Rettungsdienst mit einem Rettungswagen und einem Notarzteinsatzfahrzeug und ein Tierarzt.

Update 3: Nach Feststellungen der Polizei von heute ist der gestern ausgebrochene Großbrand auf einen technischen Defekt am Traktor zurückzuführen. Die heutigen Untersuchungen der Ermittler des Zentralen Kriminaldienstes ergaben, dass offenbar ein technischer Defekt an dem Traktor ursächlich für das Feuer war. Nach polizeilichen Schätzungen entstand ein Schaden in Höhe von 180 000 Euro.

Update 4: Nachdem der Großbrand in Dolgen im Laufe der Nacht als gelöscht gemeldet worden war, zeigten sich am Nachmittag des Dienstags noch Brandnester. So wurden Nachlöscharbeiten erforderlich.

Am Dienstagnachmittag waren trotz intensivster Kontrolle in der Nacht erneut Glutnester im Stroh aufgelodert. So wurde die Feuerwehren Dolgen und Rethmar gegen 16.40 Uhr erneut an die Fliederstraße alarmiert, um die Gefahr zu beseitigen. Auf Grund der bestehenden Einsturzgefahr konnten die Feuerwehrleute das Gebäude nicht betreten, um das Stroh aus dem Gebäude zu entfernen. So mussten die Einsatzkräfte mit Netzmitteln gegen die Glutnester von außen vorgehen. „Netzmittel“ sind Zusätze zum Löschwasser, die die Oberflächenspannung des Wasser herabsetzen. So dringt das Wasser besser in die glimmende oder brennende Materie, in diesem Fall Stroh, ein und ermöglicht das Ablöschen der Areale.

 

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